Privatunis Wettbewerb statt Fusion

Vor wenigen Wochen starteten die Gespräche zur möglichen Fusion der beiden Privatuniversitäten European Business School (EBS) und der Beisheim School of Management (WHU). Beide Wirtschaftsschulen wollen an die internationale Spitze, den Weg müssen sie aber auch künftig getrennt gehen.

Hamburg – Die European Business School (EBS) ist eine private Wirtschaftsuniversität in Oestrich-Winkel. Eine knappe Autostunde davon entfernt liegt der Ort Vallendar. Hier hat die WHU, die Otto Beisheim School of Management, ihren Sitz. Auch hier wird Betriebswirtschaft gelehrt. Die beiden Universitäten zählen zu den Top-Wirtschaftsschulen des Landes.

Beide drängen in das internationale Spitzenfeld. Deswegen überrascht es nicht, dass sich die Universitäten in den vergangenen Wochen über eine mögliche Fusion austauschten. Selbst wenn ein Zusammenschluß für den Hochschulbereich noch unüblich ist, Synergien wären nicht von der Hand zu weisen.

Denn neben ähnlicher Forschungsinteressen und der geografischen Nähe decken sich auch die Aussagen darüber, wie sich die Universitäten künftig positionieren sollen. "Unser Ziel ist es zu wachsen, um international zu konkurrieren. Wir sind sozusagen die Star Alliance im Hochschulwesen", versichert der Prorektor der WHU, Jürgen Weber. EBS-Leiter Christopher Jahns meint: "Wir verfolgen die Strategie, zu einer bedeutenden Business-School im internationalen Vergleich aufzusteigen."

Geplatzte Fusionsträume

Doch zu mehr als Gesprächen kam es nicht. Man habe sich darauf geeinigt, die Option eines Zusammenschlusses nicht weiter zu verfolgen, heißt es.

EBS-Rektor Jahns zeigt sich enttäuscht: "Gemeinsam wären wir in Deutschland konkurrenzlos gewesen, im internationalen Markt hätten wir sehr schnell in die Top Ten aufsteigen können". Die Idee zur Fusion stammte von der EBS.

Trotz der Gemeinsamkeiten, vor allem hinsichtlich des gewünschten Aufstiegs in das internationale Spitzenfeld, ist es nicht zur Fusion gekommen. Für die WHU hat es nicht in die Wachstumsstrategie gepasst, heißt es aus der Privatuni. Eine mit der Sache betraute Person meint hingegen, die WHU wolle den Weg an die Spitze allein antreten.

Der EBS-Leiter nimmt es sportlich. "Ich freue mich auf den Wettbewerb", sagt er. Auch sein Kollege Weber von der WHU nimmt die Konkurrenz gelassen: "Natürlich konkurrieren die EBS und die WHU um die besten Studenten oder Forschungsgelder. Was wir unseren Studenten beibringen, gilt aber auch für den Hochschulbereich: Wettbewerb ist positiv."

Ganz so, wie man es von einer Wirtschaftsuniversität erwartet.

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