Parlamentsferien Bundestag in Badehosen

Die Sommerpause des Bundestags hat begonnen, nun investieren die Parlamentarier ihre Haupt- und Nebenverdienste in erholsame Ferien. Von Hängematte bis Hüttenurlaub, von Motorradtour bis Mosel-Trip ist alles dabei. Und eine Ministerin entspannt auf Balkonien.

Berlin - Der Sommer ist da, die stressigen Monate sind vorbei. Statt Mindestlohn und Gesundheitsreform steht für die Mehrzahl der Politiker jetzt Entspannung auf dem Programm. Während Angela Merkel an einem ungenannten Ort die Füße hochlegt, macht sich SPD-Chef Kurt Beck auf den Weg in die Heimat. Wie in den Jahren zuvor will er mit seiner Frau zwei Wochen lang an der Mosel durch Rheinland-Pfalz radeln.

Auch Peter Struck plant einen Aktiv-Urlaub: Zusammen mit Freunden will der SPD-Fraktionschef auf dem Motorrad durch Deutschland touren. Zuvor geht es mit Kindern und Enkeln zum Urlaubsstammsitz der Familie ins französische Lothringen. Seine Ferienlektüre: Die "Geschichte Europas von 1945 bis zur Gegenwart". Auch Arbeitsminister und Vizekanzler Franz Müntefering (SPD) will die Sommerpause mit seiner Familie verbringen.

Wolfgang Schäuble (CDU) und Ulla Schmidt (SPD) zieht es ans Meer. Der Innenminister wird ein paar Tage an der Nordsee verbringen, die Gesundheitsministerin will sich mit Familie und Freunden zum Kochen, Schwimmen und Spazierengehen treffen. Auch Bildungsministerin Annette Schavan verbringt zwei Wochen am Wasser. In ihrer Wohnung im baden-württembergischen Überlingen am Bodensee will sich die CDU-Politikerin vom Stress der vergangenen Monate erholen.

Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul will während der Sommerpause ebenfalls in Deutschland bleiben. Ursula von der Leyen (CDU) entspannt dagegen eine Woche lang fernab des Berliner Trubels im österreichischen Kärnten. Weil die Almhütte der Familie derzeit jedoch umgebaut wird, werde das Ganze wohl eher ein "Indianerzeltlager", sagte ein Sprecher.

Grünen-Fraktionschefin Renate Künast will sich erstmal richtig hängen lassen: Zum Lesen schwingt sie sich in ihr "extrabreites brasilianisches Hängematten-Modell", dass sie für ihren Urlaub in Schleswig-Holstein gekauft hat. "Also ist es ungefährlich, wenn ich einschlafe", sagte sie. Ihre Reisebibliothek: "Wilder Wein" von Stuart Pigott und "Imperien" von Herfried Münkler. Zwischendrin will Künast in der Ostsee baden und auf dem Fahrrad durch die Landschaft radeln.

FDP-Chef Guido Westerwelle nennt keine Details seiner Urlaubspläne. Einen Teil der Sommerpause will er jedoch "in südlicher Sonne" verbringen. Auch Kanzleramtschef Thomas de Maizière will in den Süden: nach Frankreich. Außenminister Frank-Walter Steinmeier hält seine Urlaubspläne aus Sicherheitsgründen dagegen ganz geheim. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel wollten sich ebenfalls nicht äußern.

Nur Bundesagrarminister Horst Seehofer und der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber gönnen sich im Kampf um den CSU-Vorsitz kaum eine Pause. Während Seehofer durch bayerische Bierzelte tourt, radelt Huber durchs süddeutsche Hügelland. "Ich betreibe einen sportlichen Wettbewerb um den CSU-Vorsitz und ein körperliches Fitnessprogramm im Sattel meines neuen superleichten Carbon-Rennrades", sagte Huber. Doch ein bisschen Erholung muss sein: Zum Verschnaufen geht es zu den Richard-Wagner-Festspielen nach Bayreuth.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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