Fischer Zoff in der Dübel-Dynastie

Der Streit um das Familienerbe hat den fast 90-jährigen Erfinder des Fischer-Dübels, Artur Fischer, und seine einzige Tochter Margot entzweit. Das zeigt das Ende eines Beleidigungsprozesses.

Waldachtal/Heilbronn - Nach einer Entscheidung des Heilbronner Landgerichts darf die 59-Jährige auf ihrer Internetseite ihren Vater Artur Fischer und ihren Bruder nicht mehr als "Haie, Wölfe, Schweine" oder "Idioten" bezeichnen. Sollte sie dagegen verstoßen, droht der Frau ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro oder eine Haftstrafe von bis zu sechs Monaten.

Die Fischer-Familie gehört zu den angesehensten in Baden-Württemberg. Als Sohn eines Schneiders baute der gelernte Schlosser mit einfallsreichen Erfindungen ein Unternehmen auf, das im vergangenen Jahr fast eine halbe Milliarde Euro Umsatz machte. Inzwischen hat Sohn Klaus die Geschäftsführung der Fischer Holding GmbH & Co. KG mit Sitz in dem kleinen Ort Waldachtal (Kreis Freudenstadt) im Nordschwarzwald übernommen. Die Fischer-Dübel werden mittlerweile weltweit in über 100 Länder vertrieben.

Für seine zahlreichen Patente, zu denen auch ein Dübel zur Fixierung von Knochenbrüchen sowie ein Blitzlichtgerät für Fotoapparate mit synchroner Auslösung zählen, wurde der gebürtige Schwabe mit dem Werner-von-Siemens-Ring ausgezeichnet. Zusammen mit der Landesstiftung Baden-Württemberg rief der Geschäftsmann zudem den mit 10.000 Euro dotierten Artur-Fischer-Erfinderpreis ins Leben.

Sohn Klaus trat sowohl beruflich als auch hinsichtlich seiner gesellschaftlichen Stellung in die Fußstapfen des Vaters: Er ist Ehrenprofessor der Universität Shanghai und Träger der Wirtschaftsmedaille des Landes.

Kein Patent für Familienfrieden

Bei Tochter Margot verlief die Entwicklung dagegen anders. Die hörgeschädigte Frau arbeitete zwar auch in der Firma ihres Vaters, machte aber wegen eines fehlenden Schulabschlusses keine Karriere in der Wirtschaft.

Zum Bruch mit Vater und Bruder kam es spätestens im Jahr 1999, nachdem sie nach einem Gerichtsstreit um eine Änderungskündigung aus dem Unternehmen ausgeschieden war. Seitdem fehlt dem Vorzeigeunternehmer ein Patentrezept für den Familienfrieden.

Ihrem heute fast 90-jährigen Vater warf die Frau danach vor, er habe sie im Jahr 1984 ohne vorherige Aufklärung einen Notarvertrag unterschreiben lassen, in dem sie ihren Erbverzicht erklärte.

manager-magazin.de mit Material von dpa und dpa-afx

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