UBS Wuffli tritt überraschend ab

UBS-Chef Peter Wuffli ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Nachfolger bei der Schweizer Großbank wird sein bisheriger Stellvertreter Marcel Rohner. Hintergrund des Personalwechsels sind wohl die enttäuschenden Ergebnisse der vergangenen Quartale.

New York/Zürich - Die größte Schweizer Bank UBS hat völlig überraschend ihren Chef Peter Wuffli durch dessen bisherigen Stellvertreter Marcel Rohner ersetzt. Der Wechsel gelte ab sofort, teilte das Institut am Donnerstag mit. Wuffli trete zurück und verlasse das Unternehmen.

Der Schritt folgt auf zunehmend lauter werdende Forderungen von Kritikern der Bank, die Gewinne zu steigern. UBS hatte in zwei Quartalen hintereinander enttäuschende Ergebnisse vorgelegt. Dabei stand auch eine Trennung von der Sparte für das Investmentbanking zugunsten einer Konzentration auf die Vermögensverwaltung zur Diskussion. Zuletzt verstärkten sich Vermutungen, UBS könnte in diese beiden Bereiche aufgespalten werden.

Die offizielle Begründung der Schweizer Großbank blieb vage. Die UBS erläuterte, dass Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel vor Jahresfrist den Wunsch geäußert habe, in absehbarer Zeit zurückzutreten und Wuffli als seinen Nachfolger vorgeschlagen habe. Diesem Vorschlag sei der Verwaltungsrat nicht gefolgt. Er sehe "die automatische Ämternachfolge nicht als zwingend, sondern sucht unvoreingenommen nach der in seiner Einschätzung jeweils besten personellen Konstellation für die Bank", hieß es.

"Es gab keine Meinungsverschiedenheiten"

Die Bank wies Spekulationen zurück, der Personalwechsel könnte eine Strategieänderung vorbereiten. "Es gab keine Meinungsverschiedenheiten über die Strategie", sagte Sprecher Cristoph Meier. Die Bank bleibe bei ihrer Ausrichtung als integriertes Institut. UBS erklärte zudem, Ospel sei für eine weitere dreijährige Amtszeit als Verwaltungsratspräsident der Bank nominiert worden.

Der 42 Jahre alte Rohner hatte die Privatkundensparte geleitet, die eine besonders wohlhabende Klientel bedient. Er half bei der Expansion dieses Bereichs in Staaten wie Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien.

Wuffli war im Dezember 2001 ähnlich überraschend und abrupt an die operative Spitze der größten Schweizer Bank gerückt. Er löste damals mit sofortiger Wirkung den Briten Luqman Arnold als Konzernchef ab. Vorangegangen war dem Vernehmen nach ein Machtkampf zwischen Arnold und Ospel, der damals wegen der Swissair-Krise unter Druck stand. Die UBS war unter Wufflis Führung äußerst erfolgreich. Einen Rückschlag musste die Bank jedoch im vergangenen Frühling hinnehmen: Sie erlitt mit dem hauseigenen Hedgefonds Dillon Read Capital Management einen Verlust von 150 Millionen Franken (90 Millionen Euro) und integrierte die Einheit wieder in die Bank.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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