Klaus-Michael Kühne Millionen für Hamburg

Klaus-Michael Kühne, Chef des Speditionsunternehmens Kühne + Nagel, setzt sich in seiner Geburtsstadt ein Denkmal. 30 Millionen Euro spendet er der Technischen Universität Hamburg-Harburg. Der Logistiklehrgang wird seinen Namen tragen.
Von Alexander Zeuner

Hamburg - "Das ist eine der größten Einzelspenden, die in der Geschichte der deutschen Hochschulen getätigt wurde", sagt der Wissenschaftssenator Jörg Dräger (parteilos) im Hamburger Rathaus sichtlich erfreut. Zwei Plätze neben ihm sitzt Klaus-Michael Kühne mit gewohnt versteinerter Miene. Nur selten lässt er sich zu einem Lächeln hinreißen.

Seine Ankündigung fiel daher auch recht emotionslos aus: "Der Firma Kühne + Nagel ist es in den vergangenen Jahren gut gegangen, mit den Dividendenerträgen ist es mir möglich, einen bedeutenden Betrag zu spenden".

Satte 30 Millionen Euro vergibt der Präsident der Kühne-Stiftung und Hauptaktionär von Kühne + Nagel an die Technische Universität Hamburg-Harburg (TUHH). Durch sein Engagement wird der bestehende Logistikzweig der Universität erweitert.

Einen passenden Namen hat man dafür auch gefunden, mit dem sich Kühne ein Denkmal in seiner Geburtsstadt setzt: Der Lehrgang wird "Kühne School of Logistics and Management" (KSL) heißen.

Nebenbei engagiert sich Kühne auch an Standorten wie Zürich, Koblenz oder Berlin. Zur Hansestadt hat er aber eine besondere Verbindung. Mitte der 70er Jahre wanderte er in die Schweiz aus. Sein Vater empfand die Regierungspolitik von Willy Brandt als zu unternehmensfeindlich. Doch heute ist das anders, da gerät der kühle Hamburger schon mal ins Schwärmen: "Je älter ich werde, desto öfter zieht es mich hierher zurück".

Schon bei der Gründung des Vorgängers, der "Hamburg School of Logistics" (HSL) im Jahr 2003, war die Kühne-Stiftung maßgeblich beteiligt. Der Stiftungsratspräsident stellte dem Fachbereich über drei Millionen Euro zur Verfügung. Die Stadt zeigte sich damals begeistert und preiste die Zukunft von Private Public Partnerships, gemeinsamen Finanzierungsprojekten von öffentlicher und privater Hand.

Mehr Studenten für Hamburg

Das wird nun vier Jahre später fortgeführt. Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) sprach heute erneut von einem "Zukunftsmodell", und sieht in dem neuen Unizweig ein Mittel zur Bekämpfung des Fachkräftemangels.

Die Branche benötigt dringend mehr Führungskräfte, die sowohl die technischen Qualifikationen als auch unternehmerisches Denken aufweisen. Die HSL, an der kaum mehr als 15 Studenten pro Jahr ausgebildet werden, konnte dieses Nachwuchsproblem bislang nicht bewältigen. Die KSL soll nun Abhilfe schaffen.

Der TUHH-Präsident Edwin Kreutzer spricht von bis zu 300 Studierenden, die mit den Lehrgängen "Logistik, Infrastruktur und Mobilität" und "Internationales Wirtschaftsingenieurswesen" einen akademischen Abschluss anstreben sollen. Das Angebot der KSL wird ferner den bestehenden MBA in "Logistics Management" umfassen.

Der Kooperationsvertrag zwischen der Kühne-Stiftung und der TUHH sichert den Lehrbetrieb für vorerst sieben Jahre. Danach soll darüber entschieden werden, ob die KSL unter dem Dach der TUHH bleibt oder selbstständig wird.

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