Paul Wolfowitz Weich gelandet

Der ehemalige Weltbank-Chef wurde lange zu seinem Rücktritt gedrängt. Dabei musste er sich keine Sorgen um die Zukunft machen. Er wird künftig für das American Enterprise Institute schreiben. Der Denkfabrik werden gute Verbindungen zum US-Präsidenten Bush nachgesagt.

Washington - Wolfowitz werde sich mit Unternehmertum und Entwicklungsthemen, Afrika und Public-Private-Partnerships befassen, heißt es in einer Erklärung von AEI-Präsident Christopher DeMuth. Das American Enterprise Institute (AEI) gilt als konservative Denkfabrik, in der zahlreiche neokonservative Ökonomen, Juristen und Politikwissenschaftler tätig sind. Dem Institut werden enge Verbindungen zum amtierenden US-Präsidenten George W. Bush nachgesagt und damit verbunden prägender Einfluss auf die US-Politik.

Wolfowitz war wegen einer Affäre um eine Gehaltserhöhung für seine Lebensgefährtin zurückgetreten, seine Amtszeit bei der Weltbank endete am Samstag. Seine Freundin wechselte bei seinem Amtsantritt vor zwei Jahren zu erheblich erhöhten Bezügen zum US-Außenministerium, blieb aber auf der Gehaltsliste der Weltbank.

Unterdessen hat heute der neue Chef der Weltbank, Robert Zoellick, sein Amt angetreten: Am Montag, gegen 8.20 Uhr am Morgen, betrat der 53-Jährige im grauen Anzug und mit rotem Schlips den Sitz der Finanzinstitution in Washington. Zoellick war am 25. Juni vom Exekutivrat der Weltbank für fünf Jahre im Amt nominiert worden.

Zoellick war zuvor in mehreren Funktionen Mitglied der Regierung von US-Präsident George W. Bush. Als Außenhandelsbeauftragter führte er unter anderem die Verhandlungen mit China und Taiwan über deren Aufnahme in die Welthandelsorganisation WTO zum Abschluss. Zudem war er Ansprechpartner für die EU in Handelsfragen. In Deutschland wurde Zoellick durch seine Rolle in den Verhandlungen über die deutsche Einheit bekannt.

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