Warren Buffett Mahlzeit mit Milliardär

Für einen guten Zweck speist Multimilliardär Warren Buffett mit jedem. Jedenfalls einmal im Jahr und auch nur, wenn der Gast das entsprechende Kleingeld mitbringt. Bis Freitag können auf Ebay noch Gebote abgegeben werden. Millionär sollte der Interessent allerdings schon sein.

Hamburg/New York - Das "Smith & Wollensky" in New York ist sicher eine feine Adresse, um edel zu speisen. Für 300.100 Dollar wird auch hier allerdings nur selten aufgetafelt. Diese Rechnung würde ein anonymer Bieter für ein "Power Lunch" mit Warren Buffett ausgeben. Auf dem Versteigerungsportal Ebay steht am heutigen Mittwoch das Gebot  für die Veranstaltung mit dem erfolgreichsten unter den dienstältesten Börsengurus der Welt.

Alljährlich bietet sich Buffett als Gast für ein Essen an, an dem bis zu sieben Gäste teilnehmen können. Den Erlös - im vergangenen Jahr waren es mehr als 600.000 Dollar - streicht allerdings nicht das Restaurant ein. Die Summe geht als Spende an die Glide Foundation .

Deren Kopf, Reverend Cecil Williams, hat sich in den vergangenen 40 Jahren für sozial Schwache eingesetzt. Bekannt wurde Glide unter anderem durch seine "One-Stop-Shops", in denen täglich nach Angaben der Organisation 2000 Bedürftige ein kostenloses Essen bekommen. Die Vereinigung unterhält außerdem Krankenhäuser, berät Familien in Not und finanziert einen eigenen Aidshilfeservice.

Coca-Cola und Wachstumsschübe als Themen

Coca-Cola und Wachstumsschübe als Themen

"Glide gibt denen Hilfe und Hoffnung, die von der Gesellschaft vergessen wurden", zollt Milliardär Buffett seinen Respekt. Er selbst spendete vor einigen Monaten gut 30 Milliarden Dollar an die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung zur Bekämpfung von Armut und Krankheiten. Microsoft-Chef Gates und Buffett sind seit Längerem befreundet und spielen zusammen Bridge.

Bridge könnte für die Gäste des Versteigerungsmahls ein Gesprächsthema sein, ebenso die Hochzeit von Buffett an seinem vergangenen, 76. Geburtstag. Drei Jahre nach dem Tod seiner ersten Ehefrau gab er in Nebraska seiner Lebensgefährtin Astrid Menks das Jawort. Interessantes weiß Buffett sicher auch über Coca-Cola , den Finanzdienstleister American Express  und den Rasierklingenhersteller Gillette  zu berichten, mit deren Aktien er schon in frühen Lebensjahren ein Vermögen aufbaute.

Vielleicht will sich einer der Gäste aber auch um einen heiß begehrten Job bewerben. Buffett sucht seit Anfang Mai einen Nachfolger für den Spitzenposten der von ihm gegründeten, legendären Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway .

Nach seinem Tod sollte jemand Vorstandschef des Unternehmens (Börsenwert: rund 170 Milliarden US-Dollar) werden, der "weit mehr als Intelligenz" mitbringe. Menschlich integer solle sein Nachfolger sein - und nicht allzu geldgierig. "Ein bescheidenes Grundgehalt" bietet Buffett, dazu einen Erfolgsbonus, dessen Höhe davon abhängt, um wie viel die Aktie von Berkshire Hathaway den marktbreiten Index S&P 500  schlägt.

"Eine gute Firma verträgt auch einen Idioten als Chef"

"Eine gute Firma verträgt auch einen Idioten als Chef"

Wo der Chef in spe sein Büro hat, ist Buffett gleich: "Sie können dort leben, wo Sie sich am wohlsten fühlen und wo Sie am besten denken können", formulierte er in seiner Stellenanzeige. Im jüngsten Geschäftsbericht von Berkshire Hathaway ist nachzulesen, wie stark die Wachstumsschübe von Buffetts Konzern zuweilen ausfallen können: 2,6 Milliarden US-Dollar Gewinn allein im abgelaufenen Quartal, 30 Prozent Gewinnsteigerung der Holding auf elf Milliarden Dollar im Jahr 2006, Kurssteigerung der Aktie von 90.000 auf 110.000 Dollar auf Jahressicht, Cash-Reserven von rund 40 Milliarden Dollar.

Wenn diese Themen für den Small Talk mit Buffett noch nicht ausreichen, lohnt sich sicher eine Diskussion über den nächsten US-Präsidenten. Am Mittwoch erklärte der prominente Investor, er werde die Demokraten mit einer Millionenspende unterstützen.

Er bewundere sowohl Hillary Clinton wie auch den Gegenkandidaten Barack Obama und hob hervor, dass die Demokraten aus seiner Sicht mehr für die Bürger unternähmen, die weniger Glück im Leben haben als die meisten anderen.

Seinen vielen Börsenweisheiten fügte Buffett während des Banketts, an dem auch Hillary Clinton teilnahm, eine weitere hinzu: "Kaufen Sie Aktien eines Unternehmens, das so gut ist, dass selbst ein Idiot es leiten könnte - denn früher oder später wird genau das passieren. Übrigens denke ich, dass eben diese Regel auch für unser Land gilt", fügte Buffett, bekennender Bush-Kritiker, hinzu.

manager-magazin.de

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