Studie 798.000 Dollar-Millionäre in Deutschland

Die Zahl der Millionäre ist einer Studie zufolge deutlich gestiegen - vor allem in Singapur und Indien, aber auch in Deutschland. Gleichzeitig haben die Reichen dieser Welt ihr Privatvermögen dank des Wirtschaftsbooms stark vermehrt.

Frankfurt am Main - Dank der anziehenden Konjunktur ist im vergangenen Jahr auch die Zahl der Millionäre in Deutschland gestiegen. Nach einer am Mittwoch in Frankfurt veröffentlichten weltweiten Studie der Unternehmensberatung Merrill Lynch und der Management- und IT-Beratung Capgemini gab es bundesweit 798.000 Anleger mit einem Privatvermögen von über einer Million Dollar (rund 744.000 Euro).

Das sei ein Plus von 31.000 oder 4,1 Prozent. Ein Jahr zuvor habe Deutschland mit 0,9 Prozent noch eine der niedrigsten Wachstumsraten der Welt gehabt.

Weltweit vermehrten diejenigen Privatpersonen, die mehr als eine Million Dollar anzulegen haben, ihr Finanzvermögen im vergangenen Jahr dank der global guten Wirtschaftslage um 11,4 Prozent auf insgesamt 37,2 Billionen US-Dollar. Dies sei der erste zweistellige prozentuale Anstieg seit sieben Jahren.

Gleichzeitig sei die Zahl der Privatanleger mit einem Finanzvermögen von mehr als einer Million Dollar weltweit um 8,3 Prozent auf 9,5 Millionen angewachsen, die Zahl der besonders wohlhabenden Privatanleger mit einem Vermögen von mehr als 30 Millionen Dollar sogar um 11,3 Prozent auf 94 970.

Die meisten Neu-Millionäre gab es nach der Studie in Singapur (plus 21,2 Prozent) und Indien (plus 20,5 Prozent). Auch in Indonesien (plus 16 Prozent) und Russland (plus 15,5 Prozent) steht immer mehr Anlegern ein Finanzvermögen von über einer Millionen Dollar zur Verfügung. "Die Globalisierung der Vermögensbildung hat sich beschleunigt", sagte Michelle D'Ancona, Europachef der Merrill Lynch Bank Schweiz. Die Berechnung berücksichtigt nur Finanzvermögen, keine selbst bewohnten Immobilien.

Für 2007 wird nach der Studie eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums erwartet, weil die Märkte moderater wachsen dürften. Außerdem würden viele Zentralbanken eine straffere Geldpolitik verfolgen. Dadurch sei die Zeit hoher Liquidität, die das jüngste Wachstum stimuliert habe, wahrscheinlich bald vorbei.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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