Nici Sechseinhalb Jahre Haft

Das Hofer Landgericht hat das Urteil gegen den Ex-Chef von Nici, Ottmar Pfaff, verkündet. Er muss für sechseinhalb Jahre ins Gefängnis. Zum Prozessauftakt hatte er ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Hof - Der frühere Chef des Plüschtierherstellers Nici muss für sechseinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Hofer Landgericht verurteilte Ottmar Pfaff wegen Betrugs in zehn Fällen. Das Urteil ist bereits rechtskräftig. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der 58-Jährige Bilanzen gefälscht und millionenschwere Luftbuchungen vorgenommen habe.

Der Vorsitzende Richter Wolfgang Schiener sprach in seiner Urteilsbegründung von einem erheblichen Schaden.

Pfaff habe bei seinen Tricksereien vorsätzlich und über einen langen Zeitraum hinweg gehandelt. Dabei sei seine Haupttriebfeder aber nicht, wie von ihm selbst vorgebracht, sein Mitgefühl für die Mitarbeiter gewesen, sondern der eigene Vorteil. Er habe sich selbst bereichert und sich und seine Familie durch ein hohes Managergehalt und Dividendenausschüttungen fürstlich versorgt.

Staatsanwalt Siegbert Übelmesser hatte für eine harte Bestrafung plädiert, da Pfaff über Jahre eine "erhebliche kriminelle Energie" an den Tag gelegt habe und dabei einen immensen Schaden verursacht habe. Er forderte siebeneinhalb Jahre Haft für den Ex-Nici-Chef.

Pfaffs Verteidiger hatten dagegen an das Gericht appelliert, bei der Urteilsfindung die Persönlichkeit des 58-Jährigen zu berücksichtigen. Er habe in seiner Belegschaft seine zweite Familie gesehen und es nicht übers Herz gebracht, trotz der finanziellen Schieflage Personal zu entlassen. Als konfliktscheuer Mensch habe er an seinen "aberwitzigen Manipulationen" festgehalten und seine Hoffnungen auf den dann doch nicht eingetretenen Verkaufserfolg des WM-Maskottchens "Goleo" gesetzt. Die Verteidigung hatte auf eine Haftstrafe von fünf Jahren und drei Monaten plädiert.

Zum Prozessauftakt am Dienstag hatte der Angeklagte ein umfassendes Geständnis abgelegt. Er beteuerte aber, er habe mit seinen Taten das in finanzielle Schieflage geratene Unternehmen retten wollen.

In seinem Schlusswort entschuldigte sich Pfaff nochmals bei seiner Familie und allen Betroffenen. Er sei sich seiner Schuld bewusst und erwarte eine hohe Strafe.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ap

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