Jürgen Schneider Antrag auf "Peanuts"

Jürgen Schneider gehört zu den Rekordpleitiers der Republik. Unter Handwerkerrechnungen von mehr als 25 Milliarden Euro brach sein Imperium zusammen. Nun beantragt er Haftentschädigung in Höhe von 88 Euro.

Frankfurt am Main - Jürgen Schneider, gescheiterter Baulöwe und Milliardenpleitier, hofft auf "Peanuts" von der Justiz. Der Anwalt des 73-Jährigen, Eckart C. Hild, erklärte, dass sein Mandant Anspruch auf 88 Euro Entschädigung für eine zu Unrecht verhängte Untersuchungshaft im Dezember 1999 erhebe.

Damals hatte der Bauunternehmer gerade zwei Drittel seiner Haftstrafe wegen Betrugs und Kreditbetrugs abgesessen, zu der ihn das Landgericht Frankfurt im Dezember 1997 verurteilt hatte. Schneider hatte sich bei zahlreichen Banken überhöhte Kredite für spektakuläre Bauprojekte erschwindelt.

Wegen eines neuen Verdachts der Steuerhinterziehung ließ die Staatsanwaltschaft Frankfurt den gerade entlassenen Schneider erneut in Untersuchungshaft nehmen, in der er laut Hild acht Tage verbringen musste. Da es nie zu einer Anklage kam, habe er nun Anspruch auf Haftentschädigung, sagte der Anwalt. Die Hessische Generalstaatsanwaltschaft hat nach Angaben eines Sprechers darüber noch nicht abschließend entschieden. Es seien aber kaum Ablehnungsgründe erkennbar, hieß es intern.

Den Begriff Peanuts für kleinere Geldbeträge hatte während der Schneider-Pleite 1994 der damalige Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Hilmar Kopper, geprägt. Er meinte damit allerdings unbezahlte Handwerkerrechnungen in der Höhe von rund 50 Millionen D-Mark (25,6 Millionen Euro).

manager-magazin.de mit Material von dpa