KarstadtQuelle Primondos neuer Vormund

Konrad Hilbers soll die angeschlagene Versandhandelssparte des KarstadtQuelle-Konzerns, Primondo, sanieren. Hilbers übernimmt die Aufgaben seines Vorgängers Michael Krause, der das Unternehmen verlässt.

Fürth - Der bisherige Chef des TV-Shoppingsenders HSE24, Konrad Hilbers, ist mit sofortiger Wirkung zum neuen Finanzchef von Primondo, der Versandhandelsgruppe des KarstadtQuelle-Konzerns, ernannt worden. Hilbers löse Michael Krause ab, der das Unternehmen verlasse, teilte Primondo mit. Krause wechselte erst im Dezember 2005 von Siemens zu KarstadtQuelle.

Hilbers soll als "Chief Restructuring Officer" (CRO) zugleich die Umstrukturierung der angeschlagenen Versandhandelssparte steuern. Im Mai dieses Jahres übernahm man den Teleshopping-Sender mit dem Ziel, neue Verkaufsquellen zu erschließen. Der Konzern begleicht die Rechnung mit eigenen Aktien, abhängig von der Kursentwicklung, im Wert von 150 bis 200 Millionen Euro. Den Kaufpreis hätte man sich aber auch sparen können.

Quelle war einer der Gründungsgesellschafter von HSE24. 2005 wurde der Anteil von zuletzt 10 Prozent an den amerikanischen Mehrheitsgesellschafter InterActive Corp. verkauft, im Zuge eines Sanierungsprozesses. Im Mai dieses Jahres folgte nicht nur der Rückkauf der Anteile, sondern man übernahm den Sender komplett. Am Mittwoch hatte KarstadtQuelle die Übernahme von HSE24 abgeschlossen.

Primondo will das Teleshopping neben dem Katalog- und dem Internetgeschäft zur dritten Säule des Versandhandels ausbauen. Der Shoppingsender soll künftig als eigenständiges Geschäft der Primondo-Gruppe geführt werden. Alleiniger Geschäftsführer von HSE24 wird den Angaben zufolge Richard Reitzner, der bislang dort für Einkauf, Planung und Programm zuständig war.

Hilbers hatte seine Karriere beim Medienriesen Bertelsmann begonnen, wo auch KarstadtQuelle-Chef Thomas Middelhoff und Primondo-Chef Marc Sommer tätig waren. 2003 wechselte Hilbers als Chef der Musiktauschbörse Napster zu HSE24.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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