Siemens Schelsky muss in Haft bleiben

Wilhelm Schelsky legte Beschwerde gegen seine Untersuchungshaft ein. Ohne Erfolg. Der ehemalige Chef der Siemens-Betriebsratsorganisation AUB sei der Untreue "dringend verdächtig", so das Urteil. Außerdem bestehe Fluchtgefahr.

Nürnberg - Der frühere Chef der Betriebsratsorganisation AUB, Wilhelm Schelsky, ist vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth mit seiner Haftbeschwerde gescheitert. Das Gericht folgte mit seinem Beschluss einem Antrag der Staatsanwaltschaft, wie die Nürnberger Justiz am Mittwoch mitteilte. Aus Sicht der Kammer besteht der dringende Verdacht, dass sich Schelsky der Beihilfe zur Untreue schuldig gemacht hat.

Dabei bestätigte das Landgericht den Angaben zufolge ausdrücklich die Auffassung der Staatsanwaltschaft, wonach die durch Siemens-Verantwortliche veranlassten Zahlungen an Schelsky als Untreue zu werten seien. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen müsse davon ausgegangen werden, dass diesen Zahlungen "kein annähernd konkretisierbarer Vermögensvorteil" gegenübergestanden habe und deshalb dem Siemens-Konzern ein entsprechender Vermögensnachteil entstanden sei. Werthaltige Gegenleistungen seien nicht erbracht worden.

Weiter geht die Beschwerdekammer davon aus, dass durch die verdeckte Unterstützung der AUB auch eine strafbare Beeinflussung von Betriebsratswahlen stattgefunden hat. Das Landgericht bestätigte ferner den im Haftbefehl enthaltenen Vorwurf diverser Steuerstraftaten und bejahte den Haftgrund der Fluchtgefahr. Gegen die Entscheidung des Landgerichts ist eine weitere Beschwerde zum Oberlandesgericht Nürnberg möglich. Schelsky war Mitte Februar verhaftet worden.

manager-magazin.de mit Material von ddp