Austritt Bloomberg verlässt Republikaner

Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg gilt als erfolgreicher Politiker. Dass er nun die republikanische Partei verlässt, ist nicht nur ein schwerer Schlag für George W. Bush. Es gibt auch Spekulationen um eine Präsidentschaftskandidatur des milliardenschweren Geschäftsmanns neue Nahrung.

New York - Michael Bloomberg hat den Republikanern von US-Präsident Bush den Rücken gekehrt. New Yorks Bürgermeister will seine politische Laufbahn als Unabhängiger fortsetzen.

Er habe beim Wahlamt der Stadt New York einen Antrag auf Änderung seines Status' beantragt, erklärte Michael Bloomberg gestern. Nach seinem Austritt aus der republikanischen Partei werde er künftig als Parteiloser registriert sein. Zu einer möglichen Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen 2008 äußerte sich Bloomberg zunächst nicht. Seine Pläne für die Zukunft hätten sich nicht geändert, erklärte er lediglich.

Obwohl der milliardenschwere Geschäftsmann und populäre Politiker angekündigt hat, mit dem Ende seiner Amtszeit 2009 der Politik den Rücken zu kehren, erwarten Beobachter, dass er bei der Präsidentschaftswahl antritt. Mit seinem auf mehr als fünf Milliarden Dollar (3,7 Milliarden Euro) geschätzten Vermögen könnte Bloomberg problemlos einen Wahlkampf als Unabhängiger finanzieren. Für seine beiden Wahlkämpfe in New York hatte er laut "New York Times" mühelos 150 Millionen Dollar aus der eigenen Tasche gezahlt.

"Unparteiischer Ansatz"

Offiziell begründete Bloomberg den Austritt mit seiner Amtsführung als Bürgermeister. Sein "unparteiischer Ansatz" habe in New York Wunder bewirkt: Der Haushalt sei ausgeglichen, die Wirtschaft wachse und die Stadt sei sicherer denn je, erklärte er. In Kalifornien übte Bloomberg jedoch auch scharfe Kritik an der US-Regierung. Einem Bericht der "New York Times" zufolge warf Bloomberg US-Präsident George W. Bush vor, keine offene Politik mehr zu betreiben, sondern sich aus Angst vor den Meinungsumfragen "im Hintergrund zu verstecken".

Der ehemalige Börsenhändler Bloomberg war jahrelang Mitglied der Demokraten und hatte sich erst kurz vor dem Rennen um das Bürgermeisteramt in New York im Jahr 2000 den Republikanern angeschlossen.

manager-magazin.de mit Material von reuters, ap und dpa