Mittwoch, 19. Februar 2020

Bernd Fahrholz Von der Dresdner Bank zur Heuschrecke

Bernd Fahrholz, ehemaliger Chef der Dresdner Bank, wird die Private-Equity-Firma Strategic Value Partners (SVP) beraten. Die Investmentmanager konzentrieren sich in Deutschland auf die Übernahme mittelständischer Unternehmen wie Goebel oder Nici.

Frankfurt - Der Ex-Chef der Dresdner Bank, Bernd Fahrholz, wird künftig die Investmentfirma Strategic Value Partners (SVP) beraten, teilte das Unternehmen heute mit.

Ex-Chef der Dresdner Bank: Fahrholz wird Berater bei der Private-Equity-Firma SVP
Der gelernte Jurist begann seine berufliche Laufbahn als Syndikus bei der Dresdner Bank. Dort durchlief er mehrere Stationen, bis er 1998 in den Vorstand berufen wurde. Nach gescheiterten Fusionsversuchen mit der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen und der Commerzbank Börsen-Chart zeigen übertrug man Fahrholz die Verantwortung zur Neuausrichtung des Bankhauses. Er wollte die Dresdner Bank zu einer in Europa führenden Investmentbank ausbauen.

Um dieses Ziel zu erreichen, wurden in seiner Amtszeit als Vorstandsvorsitzender Zweigstellen außerhalb Europas geschlossen, das deutsche Filialnetz ausgedünnt und die US-Investmentbank Wasserstein Perella übernommen. 2001 folgte der Zusammenschluss mit der Münchener Allianz. Fahrholz wurde zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Allianz-Gruppe ernannt.

SVP: Nici, Hummelfiguren und Immobilien

Der Kauf der Dresdner Bank erwies sich aber als finanzielles Desaster für die Allianz Börsen-Chart zeigen. Der Kaufpreis von Wasserstein Perella galt als zu teuer und die erwarteten Gewinnsteigerungen blieben aus. Die Bank war in das Kreditgeschäft mit ausländischen Unternehmen eingestiegen, musste aber viele Forderungen abschreiben. Allianz-Chef Henning Schulte-Noelle sah in Fahrholz den Verantwortlichen der Milliardenverluste. Er drängte den Banker zum Rücktritt von seinem Posten im April 2003.

Eine neue Verbindung: Heuschrecke SVP übernimmt den insolventen Plüschartikelhersteller Nici
Danach konzentrierte sich der 59-Jährige auf Beratertätigkeiten für die Sozietät Nörr Stiefenhofer Lutz oder die Deutsche Bahn. Zuletzt wurde er Partner bei der Anwaltskanzlei Dewey Ballantine.

SVP ist eine Investmentfirma mit Sitz in den USA, die nach eigenen Angaben ein Fondvermögen von etwa 3,7 Milliarden Euro verwaltet. In Deutschland konzentriert sich SVP auf mittelständische Unternehmen und gewerbliche Immobilien, wie die letzten Übernahmen zeigen. Die Private-Equity-Firma hat in den letzten Monaten das Geschenkartikelunternehmen Nici, den Hummelfigurenhersteller Goebel oder etwa das "Stadttor" von Düsseldorf, ein Wahrzeichen der Stadt, gekauft.

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