Repower Tanti übernimmt die Kontrolle

Im Mai dieses Jahres endete die monatelange Bieterschlacht um Repower. Damit der neue Anteilseigner Suzlon auch im Aufsichtsrat vertreten ist, räumt Rolf Bierhoff seinen Posten im Kontrollgremium.

Hamburg - Das Aufsichtsratsmitglied von Repower, Rolf Bierhoff, scheidet aus dem Kontrollgremium aus. Bierhoff sei zurückgetreten, um Platz für den neuen Anteilseigner Suzlon zu machen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Der ehemalige Vorstand von RWE war seit Ende 2001 im Aufsichtsrat von Repower tätig.

Suzlon hatte im Mai nach einer monatelangen Bieterschlacht die Mehrheit an Repower übernommen und kontrolliert inzwischen rund 86 Prozent der Stimmrechte. Der französische Staatskonzern Areva war auch an Repower interessiert, musste sich aber gegen das Angebot von Suzlon-Chef Tulsi R. Tanti geschlagen geben: Er zahlte dem Hamburger Windanlagenhersteller 150 Euro je Aktie, und damit 10 Euro mehr als Areva. Der Preis für Repower wurde mit 1,22 Milliarden Euro beziffert.

Nach der erfolgreichen Übernahme kündigte Tanti an, aus Suzlon und Repower einen der führenden globalen Windanlagenhersteller zu formen. Die Gewinnmarge der Hamburger solle künftig zweistellig sein, so der Inder weiter.

Tanti hatte bereits Ende Mai angekündigt, in den Aufsichtsrat einziehen und dort auch den Vorsitz übernehmen zu wollen. Der 49-Jährige führte mit seinen Brüdern eine Textilfabrik im nordindischen Gujarat. Nachdem die Pleite wegen steigender Energiepreise drohte, importierte er Windkraftanlagen. 1994 stieg er in die Produktion von Windturbinen ein und wurde so einer der reichsten Unternehmer Indiens.

Nach eigenen Angaben ist Suzlon Asiens größter Hersteller von Windturbinen und liegt auf Platz fünf im Weltmarkt. Das will der indische Konzern ändern: Die Zielvorgaben lauten, in die Weltspitze vorzudringen. Mit der Übernahme von Repower ist damit ein erster Schritt getan. Im Mai dieses Jahres hat der Vizepräsident von Suzlon, Vivek Kher, gegenüber der "Welt" bestätigt, kurzfristige Kredite in Höhe von 625 Millionen Euro aufgenommen zu haben, um die Übernahme von Repower zu finanzieren.

Der indische Konzern setzt sich aus etwa 80 Familienstämmen zusammen, die 70 Prozent am Unternehmen halten. Tanti vertritt die Interessen der Großfamilie, nach indischem Recht und Tradition stimme die Familie aber immer geschlossen ab, erklärte Suzlon im April der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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