Ikea Lebst du noch oder klagst du schon?

Aufträge im Wert von 34 Millionen Mark soll sich ein Bauunternehmer erschlichen haben - mit Schmiergeldern für Ikea-Manager. Diesem Vorwurf geht das Frankfurter Amtsgericht nach. Inzwischen hat auch das Einrichtungshaus den Westfalen verklagt.

Frankfurt am Main - In der Korruptionsaffäre um das schwedische Einrichtungshaus Ikea beginnt kommende Woche der erste Prozess. Vom 27. Juni an muss sich vor dem Frankfurter Amtsgericht der frühere Geschäftsführer eines Bauunternehmens aus dem westfälischen Rhede verantworten.

Dem 59-Jährigen wird vorgeworfen, zwischen 2000 und 2002 verantwortliche Ikea-Mitarbeiter bestochen zu haben, um an Aufträge für Bauprojekte der Möbelkette in Hamburg, Regensburg und im baden-württembergischen Walldorf zu kommen.

Nach Angaben der Frankfurter Staatsanwaltschaft vom Montag umfassten die Aufträge ein Volumen von 34 Millionen Mark. Um den Zuschlag zu erhalten, soll der 59-Jährige insgesamt 146.000 Mark gezahlt haben.

In der Korruptionsaffäre um Ikea hat die Staatsanwaltschaft seit Mitte 2006 Ermittlungsverfahren gegen insgesamt 65 Personen eingeleitet. 40 Verfahren laufen derzeit noch. Von den übrigen 25 Verfahren wurden fünf inzwischen mit Strafbefehlen, also Verurteilungen ohne öffentliche Verhandlung, abgeschlossen. In vier Fällen ergingen die Strafbefehle gegen frühere Manager des oberpfälzischen Baukonzerns Max Bögl. Wie am Wochenende bekannt wurde, hat Ikea die Firma Bögl inzwischen auf 6,3 Millionen Euro Schadenersatz verklagt.

manager-magazin.de mit Material von ddp