Donnerstag, 22. August 2019

Was ist eigentlich Die Kernkompetenz?

2. Teil: Die "Meta-Metakompetenz"

Die "Meta-Metakompetenz"

Kernkompetenzen sind nicht rasch imitierbar, verschaffen (in einer Marktwirtschaft zwar auch wieder vorübergehende) Monopolstellung und absorbieren Unsicherheit, indem sie ein (Re-)Aktionenspektrum vorbereiten, das nach Zurückweichen von Unsicherheitsfaktoren rascher als durch die Konkurrenz aktiviert werden kann.

Eine Kernkompetenz kann als Metakompetenz auf verschiedenen Ebenen auftreten: zum Beispiel als Kompetenz, ein bestimmtes Produkt besser (nachfrageadäquater) als die Konkurrenz produzieren zu können; oder auf einer höheren Ebene als Kompetenz, Forschung und Entwicklung besser als die Konkurrenz einsetzen zu können; oder auf einer weiteren (nochmals höheren) Ebene als Fähigkeit zu kommunizieren und zu lernen und dadurch Forschung und Entwicklung für die Verbesserung des Angebots effizient zu gestalten.

Kernkompetenz kann daher "einfache" Metakompetenz oder hierarchisch höher positionierte "Meta-Metakompetenz" sein. Über Kernkompetenzen können verschiedene Typen von Subjekten verfügen: von Individuen bis hin zu Unternehmen und Unternehmensverbünden (Kooperationen), ja sogar Regionen.

Aufgrund der Bedeutung der Kernkompetenzen für die strategische Überlegenheit gegenüber Konkurrenzunternehmen wird häufig empfohlen, diese keinesfalls an Dritte zu vergeben ("Outsourcing"), da damit langfristig der Einfluss auf den wichtigsten Faktor für die eigene Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt werden beziehungsweise ein Abhängigkeitsverhältnis entstehen könnte. Denn Kernkompetenz ist als identitätsstiftendes und -bewahrendes Merkmal nicht ohne Identitätsverlust von seinem Träger zu trennen.

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