Kirk Kerkorian Einmal Las Vegas und zurück

Der US-Investor Kirk Kerkorian ist einer der reichsten Männer der Welt. Seine ersten Millionen verdiente er in Las Vegas, später wechselte der ehemalige Amateurboxer in die Autobranche, dann kehrte Kerkorian in die Spielermetropole zurück. Am Mittwoch wird der Multimilliardär 90 Jahre alt.

New York - Der amerikanische Multimilliardär Kirk Kerkorian wird am 6. Juni 90 Jahre alt. Der legendäre Investor zeigt auch nach jahrzehntelangen erfolgreichen Investments in Hollywood, Las Vegas und Detroit keine Ermüdungserscheinungen. Über seine Holdingfirma Tracinda - benannt nach den Töchtern Tracy und Linda - hält er noch täglich Ausschau nach neuen lohnenden Objekten.

Nach seinem jüngst gescheiterten Versuch, die angeschlagene Chrysler-Sparte des Stuttgarter Daimler-Konzerns  zum "Schnäppchenpreis" von 4,5 Milliarden Dollar zu übernehmen, hat sich Kerkorian jetzt von Detroit abgewendet und konzentriert sich wieder auf seine Milliardenpläne in Las Vegas. Dort kontrolliert der von armenischen Einwanderern abstammende Investor die zweitgrößte Spielkasino-Gesellschaft der Welt, die MGM Mirage, mehrheitlich zu 56 Prozent.

Kerkorian äußerte vor wenigen Tagen die Absicht, die beiden Perlen von MGM Mirage in Las Vegas via Tracinda zu kaufen: das luxuriöse Bellagio-Kasinohotel am Las Vegas Strip sowie das für 7,4 Milliarden Dollar im Bau befindliche Großprojekt City Center. Gleichzeitig kündigte Tracinda an, dass man für MGM Mirage im Hinblick auf die Mehrheitsbeteiligung "strategische Alternativen" prüfe.

Die MGM-Aktien schossen über Nacht um 27 Prozent in die Höhe und sind momentan bei einem Kurs von gut 79 Dollar insgesamt 22,5 Milliarden Dollar wert. Mit anderen Worten: Kerkorian hat mit dem Schachzug wieder einmal zusätzliche Milliarden verdient.

Das US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" schätzte das Kerkorian-Vermögen in seiner jüngsten Liste der Reichsten der Welt auf 15 Milliarden Dollar (11,4 Milliarden Euro), womit er auf Platz 31 unter den Superreichen steht.

Boxer, Pilot, Spekulant

Boxer, Pilot, Spekulant

Der Sohn armer armenischer Einwanderer war am 6. Juni 1917 in Fresno (US-Staat Kalifornien) geboren worden. Auch ohne großartige Erziehung schaffte es der ehemalige Amateurboxer und Ex-Pilot nach dem Zweiten Weltkrieg, ein Riesenvermögen anzuhäufen.

Zunächst flog er Glücksspieler von Kalifornien nach Las Vegas und machte seine ersten 100 Millionen Dollar in den sechziger Jahren mit dem Verkauf einer kleinen Fluggesellschaft. Er kaufte und verkaufte dann das legendäre Hollywood-Studie MGM über mehrere Jahrzehnte gleich drei Mal und häufte dabei Milliarden an.

Zwischenzeitlich tummelte sich Kerkorian ab 1990 mit dem Kauf einer zehnprozentigen Beteiligung als größter Chrysler-Aktionär auch in Detroit. 1995 versuchte er gemeinsam mit dem Ex-Chrysler-Chef Lee Iacocca Chrysler für 22,8 Milliarden Dollar zu schlucken - ohne Erfolg. Stattdessen hatte Daimler-Benz Chrysler Jahre später übernommen - mit den bekannten Folgen.

Kerkorian, der immer noch Großaktionär bei Chrysler war, verklagte dann DaimlerChrysler auf neun Milliarden Dollar Schadenersatz, weil er sich hintergangen und benachteiligt fühlte. Es habe sich nicht um einen Zusammenschluss Gleicher sondern um eine Übernahme durch die Stuttgarter gehandelt. Mit seiner Klage kam Kerkorian allerdings ebenfalls nicht durch.

Ein neues Gastspiel in Detroit gab Kerkorian dann in den vergangenen zwei Jahren mit einer Beteiligung von 9,9 Prozent an General Motors . Er wollte damit eine globale Dreierallianz zwischen GM, Renault  und Nissan  erzwingen. Aber auch dies gelang nicht.

Kerkorian hat bei seinen Investitionen und Beteiligungen meist riesige Summen verdient, da er immer nach dem Erfolgsmotto handelte, niedrig einsteigen und teuer verkaufen. Kerkorian war drei mal verheiratet. Er pendelt zwischen Beverly Hills in Kalifornien und Las Vegas.

Peter Bauer, dpa