Beruf Ingenieure, Aufschwungsprofiteure

Die deutsche Wirtschaft boomt, gut ausgebildete Fachkräfte können sich in einigen Bereichen mittlerweile ihren Job aussuchen. Vor allem um Ingenieure ist ein regelrechter Kampf entbrannt.

Berlin - Allein in Baden-Württemberg fehlen nach den Worten von Handelskammerpräsident Bernd Bechtold über 15.000 Ingenieure. Bechtold warnte erst kürzlich vor den dramatischen Folgen dieses Mangels. Wegen fehlender Innovationen würden in Forschung und Handel andere Arbeitsplätze erst gar nicht geschaffen.

"Der Ingenieurs-Mangel, gerade in den Branchen Maschinenbau und Elektro, führt in den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen zu späterer Marktreife der Produkte und damit zu weniger Umsatz und Verlusten an Marktanteilen", sagte der Chef des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK).

"Es fehlen aber nicht nur Ingenieure, wird haben auch einen erheblichen Mangel an Fachkräften", so Bechtold weite. Nach einer neuen Umfrage bei den Betrieben werde sich dieser Mangel noch deutlich verschärfen. Dabei sei der Markt für gute Mitarbeiter in Baden-Württemberg schon heute so gut wie leer gefegt. Laut Umfrage hätten 52 Prozent der Unternehmen im Land erklärt, dass fehlendes Fachpersonal ein besonderes Innovationshemmnis sei.

Bechtold forderte deshalb die Firmen auf, mehr Ausbildungsplätze zu schaffen. Zudem müsse Frauen ermöglicht werden, wieder in den Beruf einzusteigen. Es müssten mehr Kindergrippenplätze geschaffen werden. Außerdem müsse die Weiterbildung vor allem von älteren Arbeitnehmern wesentlich intensiviert werden.

Gerade das Potenzial der über 50-Jährigen dürfe nicht unterschätzt werden. Statt diese Menschen in den vorzeitigen Ruhestand zu schicken, müsse man die älteren und langjährigen Mitarbeiter ausreichend qualifizieren, dann würde deren Erfahrung den Unternehmen zu Gute kommen. "Wir müssen den Unsinn beenden, ältere Mitarbeiter, oft schon mit 52 oder 55 Jahren, in den Vorruhestand zu schicken", verlangte Bechtold. "Wenn notwendig, muss dafür auch das Arbeitsrecht geändert werden."

Tatsächlich ist die Jobsuche insbesondere für Ältere noch immer schwierig. Einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge fanden nur zwei Prozent aller Arbeitnehmer über 50, die im Jahr 2005 eine Stelle angenommen hatten, ihre neue Beschäftigung über die Arbeitsagentur. Tipps aus dem Bekanntenkreis verhalfen demgegenüber 46 Prozent der älteren Bewerber zum neuen Job.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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