Techem Der Investorenschreck verlängert

Der Energiekostenableser Techem hat den Vertrag von Vorstandschef Horst Enzelmüller vorzeitig bis 2012 verlängert. Techem steht im Visier von Finanzinvestoren. Enzelmüller hat diese bislang erfolgreich abgewehrt.

Frankfurt am Main - Der Energiedienstleister Techem  hat den Vertrag von Vorstandschef Horst Enzelmüller vorzeitig bis März 2012 verlängert. Ein Sprecher bestätigte am Dienstag einen Bericht der Zeitung "Die Welt". Der bisherige Vertrag des 65-Jährigen wäre 2009 ausgelaufen.

"Hintergrund ist, dass wir in der jetzigen Phase Horst Enzelmüller länger an das Unternehmen binden möchten, um damit Stabilität und Sicherheit für Investoren, Kunden sowie für die Belegschaft zu schaffen", erläuterte Aufsichtsratsvorsitzender Horst Ziegler in einem Schreiben an die Mitarbeiter, das der Zeitung vorliegt.

Enzelmüller selbst kündigte in einem Interview mit der "Welt" an, möglicherweise in neue Geschäftsfelder vordringen zu wollen. "Abrechnen muss man nicht nur Heizkosten, sondern auch Telefonate oder Kreditkarten", sagte er. "Am nächsten an unserem Geschäft sind Strom und Gas. Ich könnte mir vorstellen, dass Techem hier langfristig aktiv wird."

Bislang ist dies Geschäft noch fest in den Händen der Versorger. Es sei aber damit zu rechnen, dass Wettbewerbshüter den Markt bald aufbrechen, sagte der Techem-Sprecher. "Telefon- und Kreditkartenabrechnungen sind zwar grundsätzlich möglich, aber das ist noch Zukunftsmusik", ergänzte er. Bislang verdient Techem sein Geld vor allem mit dem Ablesen von Heiz- und Wasserzählern.

Ein solcher Wandel sei aber nicht möglich, wenn die Eigentümer einer "Kurzfrist-Denke" anhingen, hob der Techem-Chef hervor und kritisierte damit erneut das Vorgehen mehrerer Finanzinvestoren, die seit gut einem Jahr versuchen, das Unternehmen zu übernehmen.

Enzelmüller hat bislang alle Versuche erfolgreich abgewehrt. "Mein Ziel ist es, dass Techem börsennotiert bleibt", sagte Enzelmüller. Er sprach sich für einen strategischen Großaktionär wie die im vergangenen Jahr ausgestiegene Gründerfamilie aus, um die Stabilität des Unternehmens zu sichern.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ddp

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