Anschlag Mercedes des "Bild"-Chefs angezündet

Unbekannte haben in der Nacht einen Brandanschlag auf das Auto von "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann verübt. Die Familienlimousine ging vor Diekmanns Wohnhaus im Hamburger Stadtteil Harvestehude in Flammen auf.

Hamburg/Berlin - Unbekannte haben in der Nacht zum Dienstag einen Brandanschlag auf das Auto des Chefredakteurs der "Bild-Zeitung", Kai Diekmann, verübt. Auf dem hinteren linken Reifen des Mercedes war einen Brandsatz gestellt worden.

"Das war kein Luxusauto, sondern ein Familienkombi", sagte Diekmann am Dienstag. Sein Dienstwagen befand sich im Springer-Verlag.

Das Familienauto, ein Wagen der Mercedes-R-Klasse, wurde nach Angaben der Feuerwehr völlig zerstört. Auch Kinderwagen und Kindersitze verbrannten. Zum Anschlag und den möglichen Motiven der Täter wollte sich der "Bild"-Chefredakteur nicht äußern.

Nach Angaben der Polizei hatte ein Zeuge gegen 2.45 Uhr das brennende Auto bemerkt, das auf der Straße vor Diekmanns Wohnhaus im Hamburger Stadtteil Harvestehude abgestellt gewesen sei. Das Auto sei durch den Brand vor allem im hinteren Teil stark beschädigt worden.

"Wir vermuten einen politischen Hintergrund", sagte der Hamburger Polizeisprecher Ralf Meyer. Einen Zusammenhang mit dem bevorstehenden G8-Gipfel in Heiligendamm wollte er nicht ausschließen. Der Staatsschutz ermittelt.

Knapp zwei Wochen vor dem G8-Gipfel (6. bis 8. Juni) wurde auch in Berlin erneut ein Auto angezündet und erheblich beschädigt. Nach Polizeiangaben handelte es sich um ein hochwertiges Fahrzeug, das im Stadtteil Kreuzberg geparkt war. Ein Zusammenhang mit Gewaltaktionen der linksextremen Szene gegen den G8-Gipfel werde nicht ausgeschlossen. Es handelt sich um den zehnten Brandanschlag auf ein Fahrzeug im Mai in Berlin.

Der jüngste Brandanschlag in Hamburg reiht sich ein in eine ganze Serie von politisch motivierten Brandanschlägen und Sachbeschädigungen. Allein 2006 wurden nach Angaben der Innenbehörde in der Hansestadt neun Brandschläge verübt, von denen bisher keiner aufgeklärt wurde. Ende Dezember 2006 wurde auch ein Brandanschlag auf ein Auto des Finanzstaatssekretärs Thomas Mirow (SPD) verübt. In einem Bekennerschreiben hatten die Täter Protest gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm als Grund genannt.

Erst in der vergangenen Woche hatten Unbekannte Farbbeutel und Steine auf das Haus eines Lufthansamanagers und ein Luxushotel geschleudert. Beide Male nahmen Bekennerschreiben Bezug auf den G8- Gipfel und die linke Szene.

Zuvor war am 9. Mai in diesem Zusammenhang und wegen vermuteter Aktionen gegen den G8-Gipfel auch der Hamburger Szene-Treff "Rote Flora" durchsucht worden. Bei der deutschlandweiten Razzia hatten 900 Beamte insgesamt 40 Objekte in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Berlin und Brandenburg durchsucht. Die Bundesanwaltschaft hatte die Ermittlungen mit dem Verdacht auf Gründung einer terroristischen Vereinigung begründet.

manager-magazin.de mit Material von ddp,reuters und dpa

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