Weltbank Ein Amerikaner für Wolfowitz

Nach dem Rücktritt von Weltbank-Präsident Paul Wolfowitz wird händeringend nach einem Nachfolger gesucht. Am Ende wird wohl wieder ein Amerikaner das Rennen machen. Denn US-Präsident George Bush wünscht sich einen US-Bürger für das einflussreiche Amt.

Washington - "Wir hätten sehr gerne, dass es ein Amerikaner sein wird", sagte Bush gestern in einem Interview und erteilte damit auch eventuellen Ambitionen des scheidenden britischen Premierministers Tony Blair eine Absage. Rückendeckung erhielt Bush heute aus Japan. Finanzminister Koji Omi sprach sich ebenfalls dafür aus, dass die Führung der Institution bei den USA bleiben solle.

Wann Bush den Nachfolger von Wolfowitz vorschlagen wird, sagte er nicht. Die Suche werde nicht innerhalb von Tagen zu einem Ergebnis führen, sagte Bushs Sprecher Tony Fratto gestern Abend. US-Finanzminister Henry Paulson werde mit den großen Teilhabern der Bank sowie "anderen interessierten Gruppen" verhandeln, bevor er Bush einen konkreten Personalvorschlag mache. Eine schnelle Entscheidung sei zwar angestrebt, "aber es wird ein Prozess sein", betonte Fratto.

Wolfowitz will Ende Juni wegen der Affäre um die Beförderung seiner Lebensgefährtin zurücktreten. Bei der Nominierung von Wolfowitz im Jahr 2005 hatte Bush viele europäische Regierungen vor den Kopf gestoßen, weil der stellvertretende US-Verteidigungsminister bis dahin nur als Architekt des Irak-Kriegs bekannt war.

Neben Blair werden als mögliche Kandidaten für die Wolfowitz-Nachfolge in Washington die Namen des früheren stellvertretenden Außenministers Robert Zoellick und des ehemaligen Notenbankpräsidenten Paul Volcker genannt. Als weitere mögliche Wolfowitz-Nachfolger gelten Finanzminister Paulson, sein Stellvertreter Robert Kimmitt, der ehemalige IWF-Beamte Stanley Fischer und der republikanische Senator Richard Lugar.

Der Vorschlag Bushs muss vom Direktorium der Weltbank bestätigt werden. Einige Nichtregierungsorganisationen haben sich dagegen ausgesprochen, die jahrzehntelange Praxis weiterzuführen, dass der Weltbankpräsident von den USA benannt wird und der Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) von europäischen Staaten.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ap