Managergehälter Land der fetten Katzen

"Fat Cat", der leicht spöttische Begriff für einen proper vergüteten Manager, kommt aus dem Englischen. Doch im europäischen Vergleich der Gehälter lassen deutsche Führungskräfte alle anderen hinter sich.

Gummersbach - In aller Regel steht sie am Ende des Bewerbungsgesprächs. Sie wird mit Herzklopfen vorgetragen, oft besonders umständlich ausgeschmückt, vor lauter Nervosität. Oder besonders lässig, um Führungsqualität vorzuspielen. Sie, die Mutter aller Fragen: Wie viel?

Wie viel man als Manager verdienen will, diese heikle Frage erlaubt es, Augenmaß, Sachkenntnis und Entscheidungsfreude zu beweisen: Welchen Marktwert hat das eigene Bewerberprofil, wie gut passt es zu den Anforderungen der konkreten Stelle, wie gut hat sich der bisherige Kontakt entwickelt, wie weit reichen die Möglichkeiten des Unternehmens? Keine Tariftabelle hilft weiter. All das will wohlüberlegt, teilweise gut recherchiert sein.

Man kann natürlich auch schlappe 1500 Euro in die Hand nehmen. Dafür gibt es, detailliert erhoben und übersichtlich aufgeschlüsselt, die jüngste Managergehälter-Studie der Personalberatung Kienbaum und des European Compensation Network. Einige Schlüsselfaktoren immerhin sind frei erhältlich, und zwar hier.

Vergütung von Geschäftsführern in Europa

Kleine Unternehmen 100 Angestellte Mittlere Unternehmen100 - 1000 Angestellte Große Unternehmen> 1000 Angestellte
Österreich 162 291 385
Deutschland 274 349 540
Irland 131 304 514
Italien 145 216 291
Niederlande 173 240 222
Spanien 236
Schweden 153 180 284
Schweiz 166 223 359
Großbritannien 202 339 584
Gesamt 164 265 359
Alle Angaben: Durchschnitt in 1000 Euro
Quelle: Kienbaum Consultants:

Das Meiste davon dürfte vor allem deutschen Managern gut gefallen. So streichen Geschäftsführer von Unternehmen mit 100 Mitarbeitern nirgendwo in Europa so viel ein wie hier zu Lande, 274.000 Euro. Das ist immerhin deutlich mehr als im rangzweiten Land, Großbritannien, mit 202.000 Euro.

Auch in mittleren Unternehmen, von den Autoren als solche zwischen 100 und 1000 Mitarbeitern klassifiziert, ist Deutschland Spitze. Der Durchschnittsverdienst der CEOs liegt bei 349.000 Euro, vor Großbritannien mit 339.000 und Irland mit 304.000 Euro.

Immer wieder führen Deutschland und Großbritannien die Rankings an, in dieser Reihenfolge. In der Gesamtschau folgen dann die Schweiz, Österreich und Irland. Auf den letzten Stufen stehen meist Italien, Schweden, Spanien und Belgien.

Gretchenfrage der Dienstwagenfahrer

Erfolgsabhängige Vergütungen auf dem Vormarsch

Im Rahmen der Studie wurden die Vergütungen aus insgesamt 3671 Unternehmen erfasst. Folgende elf Länder wurden verglichen: Belgien, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, Niederlande, Österreich, Spanien, Schweden und die Schweiz.

Im Lauf der vergangenen Jahre hat sich der Trend zu erfolgsabhängigen Vergütungen verstärkt. "Dabei wird die Leistung nicht nur am Erreichen von Unternehmenszielen festgemacht, sondern auch an Kennzahlen aus dem Bereich des Managers, die er unmittelbar beeinflussen kann", schildert Kienbaum-Chef Alexander von Preen den Stand.

So stieg die Zahl solcher Gehaltsvereinbarungen ebenso wie der durchschnittliche Anteil der erfolgsabhängigen Komponenten an den Vergütungen. In Deutschland und Österreich erhalten 93 Prozent der Geschäftsführer Bonifikationen, in Italien 92 Prozent, in Großbritannien 84 Prozent, in Schweden 83 Prozent und in der Schweiz 81 Prozent. Am unteren Ende der Skala stehen Spanien mit nur 71 Prozent und Belgien, wo sich die Zahl gar nur auf 64 Prozent beläuft.

Gretchenfrage der Dienstwagenfahrer

Ein weiterer beliebter Bonus - und obendrein ein veritables Statussymbol - sind Dienstwagen. So beliebt sind die, dass sie inzwischen schon zur Standardleistung gerechnet werden. Auch hier liegen die autophilen Deutschen vorn, mit 98 Prozent. In Österreich und den Niederlanden bekommen 96 Prozent einen Dienstwagen, während in der Schweiz lediglich 48 Prozent und in Irland 61 Prozent in diesen Genuss kommen.

Damit zu einer anderen Gretchenfrage, auf die die Kienbaum-Studie jedoch keine Antwort gibt: Wie viel PS?

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