Wienerwald Wieder in Familienbesitz

Vier Jahre nach der Insolvenz geht die Hähnchenbraterei Wienerwald wieder in den Besitz der Gründerfamilie. Die Töchter des "Hendl-Königs" Friedrich Jahn werden die Marke übernehmen.

München - Die Hähnchenbraterei Wienerwald geht nach schwierigen Jahren mit zwei Insolvenzanträgen wieder in den Besitz der Gründerfamilie. Die Töchter des Firmengründers Friedrich Jahn werden die Marke Wienerwald zum 1. Juni übernehmen, teilte Insolvenzverwalter Wolfgang Ott am Dienstag in München mit. "Damit nimmt die Odyssee der Marke Wienerwald ein glückliches Ende." Die neuen Eigentümerinnen Margot Steinberg und Evelyn Peitzner wollen die Marke gemeinsam mit ihren Familien wieder aufbauen und zu altem Ansehen zurückführen. Zum Kaufpreis äußerten sie sich nicht.

Margot Steinberg und ihr Mann Günter gehören zu den prominentesten Gastronomen Münchens. Als "Wiesnwirte" betreiben sie seit vielen Jahren das Hofbräu-Zelt auf dem Oktoberfest. "Wir freuen uns, dass Wienerwald nun wieder in der Familie ist", sagte Günter Steinberg der Nachrichtenagentur dpa. Nun müsse die Marke in Zusammenarbeit mit den Franchisenehmern modernisiert werden. "Die bekannte Marke Wienerwald muss in die heutige Zeit geholt werden." Mit Hähnchenfleisch als Hauptprodukt treffe Wienerwald aber immer noch den Geschmack der Kunden.

Die Restaurant-Kette musste 2003 Insolvenz anmelden, war danach zeitweise in der Hand von Finanzinvestoren und stellte im vergangenen Monat erneut Insolvenzantrag. Von einst weltweit 1500 Betrieben sind derzeit noch sechs in der Hand der Wienerwald AG. Fünf davon sollen im Laufe des Jahres geschlossen werden. 60 weitere werden von Franchisenehmern betrieben. Insgesamt macht das Unternehmen einen Umsatz von rund 40 Millionen Euro.

In ihren besten Zeiten in den 60er und 70er Jahren hat die Kette einen Milliardenumsatz gemacht. Seit der ersten Insolvenz im Jahr 1982 fand Wienerwald aber nicht mehr zu alter Stärke zurück. Wienerwald-Gründer Friedrich Jahn starb 1998 im Alter von 74 Jahren.

manager-magazin.de mit Material von dpa