Siemens Bewährungsstrafen wegen Korruption

Ein ehemaliger Siemens-Manager ist im Darmstädter Korruptionsprozess zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Eine Bewährungsstrafe wurde auch gegen einen früheren Berater erlassen. Der Münchener Konzern will gegen das Urteil Revision einlegen.

Darmstadt - Im Prozess um korrupte Kraftwerksgeschäfte von Siemens  in Italien hat das Landgericht Darmstadt Bewährungsstrafen gegen zwei beteiligte Manager erlassen.

Den früheren Finanzvorstand der Siemens-Kraftwerkssparte verurteilte das Gericht am Montag wegen Bestechung im geschäftlichen Verkehr und Untreue zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Ein früherer Berater erhielt wegen Beihilfe neun Monate auf Bewährung.

Die 63 und 73 Jahre alten Männer hatten zugegeben, für einen Gasturbinenauftrag über sechs Millionen Euro Schmiergeld an zwei Manager des italienischen Energiekonzern Enel gezahlt zu haben. Die Empfänger und zwei weitere Siemens-Verantwortliche sind bereits in Mailand zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Der Siemens-Konzern soll laut Urteil 38 Millionen Euro zur Gewinnabschöpfung an den Staat zahlen.

Siemens will gegen das Urteil Revision einlegen. Die vom Gericht ausgesprochene Gewinnabschöpfung bei zwei Aufträgen des Enel-Konzerns über die Lieferung von Kraftwerksausrüstung aus den Jahren 2000 und 2001 werde als "unrechtmäßig" angesehen, teilte Siemens am Montag in München mit. "Die Voraussetzungen für die Anordnung dieses so genannten Verfalls sind aus rechtlichen und tatsächlichen Gründen nicht gegeben", hieß es.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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