Oerlikon Jähes Ende

Der Chef des Schweizer Traditionsunternehmens Oerlikon ist überraschend zurückgetreten. Thomas Limberger wird mit sofortiger Wirkung von Uwe Krüger abgelöst, dem bisherigen Chief Operating Officer. Insider spekulieren, dass sich Limberger mit seinen Mehrheitsaktionären überworfen hat.

Zürich - Limberger verlasse das Unternehmen "aus eigenem und freiem Entschluss im Einvernehmen mit dem Verwaltungsrat" mit sofortiger Wirkung, teilte der Verwaltungsrat des Unternehmens nur wenige Stunden vor der Generalversammlung der Firma mit. Er werde der Oerlikon-Gruppe  aber über einen Beratervertrag verbunden bleiben.

Der neue Oerlikon-Chef ist erst am vergangenen 1. März vom deutschen Baukonzern Hochtief  als Chief Operating Officer zu Oerlikon gestoßen. Der 42-jährige Krüger sei für den Posten des Konzernchefs "hoch qualifiziert" und habe das Unternehmen bereits in allen Segmenten kennen gelernt, wird Verwaltungsratspräsident Georg Stumpf in der Mitteilung zitiert.

Über den Abgang Limbergers war bereits Ende März spekuliert worden, als der Deutsche angeblich freiwillig auf einen Optionenanteil seiner Entschädigung verzichtete, der ihn je nach Kursentwicklung zu den bestverdienenden Managern in der Schweiz gemacht hätte. Schon damals hieß es, dass das Verhältnis zwischen Limberger und den beherrschenden Oerlikon-Aktionären der österreichischen Beteiligungsgesellschaft Victory gestört sei.

Zuletzt hatte der österreichische Oerlikon-Verwaltungsratschef Georg Stumpf zu der Schweizer Wirtschaftszeitung "Bilanz" gesagt, dass er die Reisespesen seines Vorstandschef von Buchprüfern überprüfen lasse und eigenhändig angeblich überteuerte Mietverträge der Oerlikon-Filiale in New York gekündigt habe.

Limberger war für eine Stellungnahme bisher nicht zu erreichen.

manager-magazin.de

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