Dietmar Hopps Fußballclub Erst Dorfverein, bald Bundesliga

Der Dorfverein des Milliardärs Dietmar Hopp steht vor dem Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga. Den rasanten Aufstieg der TSG Hoffenheim hat Hopp, ein Golf-Freund Franz Beckenbauers, sorgfältig geplant. "Langfristig wollen wir unsere Spieler selbst heranziehen", sagt Hopp, der früher selbst für seinen Heimatverein stürmte.

Sinsheim - Der Dorfverein des Milliardärs Dietmar Hopp steht vor dem Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga. Die hoch ambitionierte TSG Hoffenheim kann mit einem Heimsieg am (morgigen) Samstag gegen die Sportfreunde Siegen vier Spieltage vor Saisonende in der Regionalliga Süd alles klar machen und dem SV Wehen eine Klasse höher folgen.

"Was die Jugendarbeit angeht, ist Hoffenheim manchem Bundesligisten voraus", lobt Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann, der mit Mäzen Hopp gute Kontakte pflegt. In spätestens fünf Jahren will die vom früheren Bundesliga-Coach Ralf Rangnick trainierte TSG in der Bundesliga sein.

Anfang der 90er Jahre kickte der Verein, der zwischen Heidelberg und Heilbronn im 3.300 Einwohner zählenden Sinsheimer Ortsteil Hoffenheim zu Hause ist, noch in der Kreisliga. 2001 führte Hans-Dieter Flick, der fünfeinhalb Jahre im Kraichgau arbeitete und jetzt Co-Trainer der Nationalmannschaft ist, Hoffenheim in die Regionalliga.

Den jetzigen Aufstieg hat Hopp, ein Golf-Freund Franz Beckenbauers, sorgfältig geplant. Der Mitbegründer des Software-Herstellers SAP  aus dem benachbarten Walldorf verpflichtete mit Rangnick (früher SSV Ulm 1846, VfB Stuttgart, Hannover 96 und Schalke 04), dem früheren Hockey-Nationaltrainer Bernhard Peters sowie dem Psychologen der Fußball-Nationalmannschaft, Hans-Dieter Hermann, hochrangige Fachleute. Hopps Ziel: "Wir wollen ein in Deutschland einmaliges Projekt verwirklichen."

Dafür baut der 67 Jahre alte Gönner neben der Autobahn A 6 für rund 40 Millionen Euro ein Stadion für 30.000 Zuschauer. Bis zur Fertigstellung Anfang 2009 will die TSG Hoffenheim ihre Heimspiele im Dietmar-Hopp-Stadion austragen, das derzeit auf 6350 Zuschauer ausgebaut wird. Zur Not kann der Club auch ins Karlsruher Wildparkstadion ausweichen.

Großen Wert legt Hopp auf die Nachwuchsförderung. Für viele Millionen wurden Leistungszentren gebaut, die A- und B-Jugend spielen jeweils in den höchsten Klassen. "Langfristig wollen wir unsere Spieler selbst heranziehen", sagt Hopp, der früher für seinen Heimatverein stürmte.

In der aktuellen Mannschaft stehen dagegen ehemalige Bundesliga-Profis wie Selim Teber (früher 1. FC Kaiserslautern), Francisco Copado (Eintracht Frankfurt) und Tomislav Maric (VfL Wolfsburg). Rangnick glaubt, dass nach einem möglichen Aufstieg manches einfacher wird: "In der Regionalliga wurden wir als die Millionarios beschimpft. In der 2. Liga könnten wir die Rolle des sympathischen Dorfvereins einnehmen."

manager-magazin.de mit Material von dpa

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