Griesson de Beukelaer Prinzenrolle verlässt Danone

Die Haupteigentümer von Griesson de Beukelaer haben dem Danone-Konzern seine 40-prozentige Beteiligung abgekauft. Gleichzeitig mit der Rückkehr in den Familienbesitz traten hunderte Mitarbeiter des Keksherstellers in einen Warnstreik.

Aachen/Polch - Der Lebensmittelkonzern Danone  ist bei dem Süß- und Salzgebäckhersteller Griesson de Beukelaer (GdB) ausgestiegen. Die GdB-Unternehmensführung habe von Danone deren Gesellschafteranteil übernommen, teilte GdB am Donnerstag in Aachen mit. Damit seien Heinz Gries und Andreas Land nun alleinige Inhaber bei Griesson de Beukelaer.

Das Unternehmen stelle "mit dieser strategischen Entscheidung die Weichen für eine langfristig sichere Zukunft", hieß es. Die Zusammenarbeit mit Danone in Deutschland und Österreich "auf den bekannten Marken wie Prinzen, TUC und Mikado" werde fortgesetzt.

GdB entstand 1999 aus der Fusion des Familienunternehmens Griesson und der Danone-Tochter General Biscuits. Mit einem Umsatz von 402 Millionen Euro, einer jährlichen Gesamtproduktion von 141.000 Tonnen und 1800 Mitarbeitern an vier Produktionsstandorten gehört GdB nach eigenen Angaben zu den bedeutendsten Produzenten der Branche.

Unterdessen sind die Mitarbeiter GdB am Donnerstag im Hauptwerk in Polch in einen Warnstreik getreten. Nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten beteiligten sich rund 250 Beschäftigte.

Unternehmenssprecher Peter Gries sprach dagegen von rund 120 Teilnehmern. Laut Gewerkschaft wandten sich die Mitarbeiter unter anderem gegen eine geplante Kürzung des Urlaubsgeldes und die Verlängerung der Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich. Die Verhandlungen im Tarifkonflikt der Süßwarenindustrie sollten am Donnerstag in dritter Runde in Hamburg fortgesetzt werden.

Das Werk in Polch erlebte laut Gries seinen ersten Warnstreik überhaupt. Er bezeichnete die Aktion als "unnötig", da die Verhandlungen in Hamburg gegenwärtig liefen. Nach seinen Angaben gab es einen Produktionsausfall von rund vier Stunden.

Die Gewerkschaft erklärte, die Geschäftsführung von Griesson de Beukelaer gehöre zu den "Hardlinern" in der gegenwärtigen Tarifauseinandersetzung um den Manteltarifvertrag. Die Arbeitgeber der Süßwarenindustrie hätten den seit eineinhalb Jahren bestehenden Tarifvertrag ohne Not gekündigt.

manager-magazin.de mit Material von ddp, dpa und reuters

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