Skoda VW-Vorstand wird neuer Chef

Reinhard Jung, im VW-Markenvorstand zuständig für die Produktion, wird offensichtlich neuer Skoda-Chef. Der amtierende CEO Detlef Wittig soll im Sommer aus Altersgründen in den Ruhestand gehen. Im Gegensatz zu Seat entwickelt sich Skoda prächtig.

Wolfsburg - VW-Marken-Produktionsvorstand Reinhard Jung (56) wird nach Informationen der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung" aus VW-Kreisen neuer CEO bei der tschechischen Tochter Skoda. Der jetzige Skoda-Vorstandschef Detlef Wittig werde Anfang Juni 65 Jahre alt und gehe in Ruhestand.

Der Wechsel werde im Sommer vollzogen, schreibt die Zeitung. Der VW-Aufsichtsrat habe dies bereits entscheiden. VW wollte sich gegenüber manager-magazin.de zu dem Thema nicht äußern. "Personalspekulationen kommentieren wir grundsätzlich nicht", sagte ein VW-Sprecher.

Der 56-jährige Jung sitzt seit August 2004 im VW-Markenvorstand und hat sich dort als Produktionsstratege und Kostensenker einen Namen gemacht. Erst jüngst brachte er die Verhandlungen im VW-Werk in Brüssel erfolgreich zum Abschluss. Vor der Vorstandszeit in Wolfsburg war er zwei Jahre Vorstandschef von VW de Mexico. Er begann seine VW-Laufbahn 1974 als Projektingenieur. Von 1996 bis 2002 leitete er als Werksleiter die Geschicke des Werks Braunschweig.

Detlef Wittig, gerade zum Manager des Jahres 2006 in Tschechien gewählt, leitet Skoda seit Oktober 2004. Wittig hat zuletzt die wichtigen Verhandlungen über neue VW-Fabriken in Indien und Russland geführt.

Jung übernimmt von Wittig ein gut bestelltes Haus. Im abgelaufenen Geschäftsjahr steigerte Skoda den Gewinn um 40 Prozent auf elf Milliarden tschechische Kronen (390 Millionen Euro). Gleichzeitig stieg der Umsatz um 8,7 Prozent auf 203,7 Milliarden Kronen (7,2 Milliarden Euro). In Deutschland steigerte Skoda seinen Marktanteil von 2,7 auf 3 Prozent.

Skoda, seit 1991 Teil des Wolfsburger Volkswagen-Konzerns , übersprang im vergangenen Jahr die Marke von 500.000 verkauften Fahrzeugen. Mit rund 550.000 Autos wurden 11,7 Prozent mehr Wagen ausgeliefert als 2005. Die VW-Tochter Seat dagegen schreibt immer noch rote Zahlen. Nach den Worten von Seat-Chef Erich Schmitt soll die spanische Automarke 2008 in die Gewinnzone zurückkehren.

manager-magazin.de mit Material von ddp und dpa

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