Apple Ex-Finanzchef muss büßen

Der ehemalige Apple-Finanzchef Fred Anderson hat sich mit der US-Börsenaufsicht SEC geeinigt. Anderson wird Aktienoptionen im Wert von 3,5 Millionen Dollar zurückerstatten und ein Bußgeld von 150.000 Dollar zahlen. Gegen die ehemalige Apple-Justiziarin Nancy Heinen will die SEC dagegen Klage einreichen.

New York - Apples Ex-Finanzchef Fred Anderson hat sich einer Zeitung zufolge mit der US-Börsenaufsicht SEC in der Affäre über rückdatierte Aktienoptionen geeinigt. Anderson stimmte einer Strafe von 150.000 Dollar und der Rückzahlung von Optionsgewinnen in Höhe von 3,5 Millionen Dollar an die SEC zu, wie das "Wall Street Journal" in der Nacht zum Dienstag unter Berufung auf nicht näher genannte Kreise berichtete. Mit der Absprache gehe ausdrücklich kein Schuldgeständnis einher.

Dagegen will die Behörde dem Blatt zufolge Klage gegen die ehemalige Chefanwältin des Computerkonzerns, Nancy Heinen, einreichen. Ihr werde unter anderem vorgeworfen, eigene Optionen sowie solche von Apple-Chef Steve Jobs manipuliert zu haben. Heinen wolle die Klage anfechten, hieß es weiter. Die SEC nahm zu dem Bericht nicht Stellung. Weder Apple  noch Andersons Anwalt waren zunächst zu erreichen.

Anderson war von 1994 bis 2004 Chief Finance Officer (CFO) des Computer- und iPod-Herstellers, dann wurde er in den Verwaltungsrat berufen. In dieser Funktion war Anderson auch ins Visier der US-Börsenaufsicht geraten. Im "besten Interesse des Unternehmens" gab er im Zuge der SEC-Untersuchungen seine Verwaltungsratsmitgliedschaft allerdings im Oktober 2006 auf. Die Finanzchefs der Unternehmen seien diejenigen, die für die Überwachung des Geschäfts, die Finanzreports sowie die Einhaltung der Regeln verantwortlich seien, sagte Jim Johnston, Finanzberater der Jonston Co.

Apple gehört zu den bekanntesten von mehr als 100 Firmen, gegen die in den USA wegen der Affäre ermittelt wird. Viele Unternehmen hatten die Aktienoptionen rückdatiert. Dadurch erhöhten sich die Bezüge für das Führungspersonal, wenn der Kurs der Aktien in der Zwischenzeit gestiegen war. Die Rückdatierung an sich ist nicht illegal, muss jedoch vom Unternehmen korrekt verbucht werden.

Apple hatte im Dezember eingeräumt, mehr als 6400 Aktienoptionsscheine rückdatiert zu haben. Dadurch sei dem Unternehmen eine zusätzliche Belastung von 84 Millionen Dollar entstanden. Apple-Chef Steve Jobs selbst wirft die SEC kein Fehlverhalten vor. Jobs wusste nach Apple-Angaben, dass vorteilhafte Gewährungstermine gewählt worden waren. Der Unternehmens-Mitgründer habe aber weder solche Optionen erhalten noch davon anderweitig profitiert. Ihm seien auch nicht die Bilanzauswirkungen bewusst gewesen.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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