Witten-Herdecke Streit um Privatuni

Die gemeinnützige SRH-Holding will Millionen in die finanziell angeschlagenen Universität Witten-Herdecke (UWH) stecken - aber nur, wenn sie auch die unternehmerische Führung übernehmen kann. Diese aber beanspruchen auch Studierende, Professoren und Mitarbeiter der ältesten deutschen Privatuni für sich.

Hamburg - An der Privaten Universität Witten-Herdecke (UWH) droht ein Übernahmestreit. Dies berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die ab Freitag (20. April) am Kiosk erhältlich ist. Die als "gemeinnützige Stiftung Rehabilitation Heidelberg" organisierte SRH-Holding wäre bereit, im Laufe der nächsten fünf Jahre selbst zehn Millionen Euro in die älteste Privatuni Deutschlands zu stecken und weitere Investoren zu gewinnen, die noch einmal dieselbe Summe zur Verfügung stellen.

Voraussetzung sei jedoch, so SRH-Vorstandsvorsitzender Klaus Hekking, dass die SRH-Holding die unternehmerische Führung der UWH übernehmen kann. Dazu braucht sie die Mehrheit der Gesellschafteranteile an der gemeinnützigen GmbH, die die UWH rechtlich repräsentiert. Diese Anteile will jedoch auch ein neu gegründeter Verein übernehmen, in dem inzwischen über 700 Studierende, Professoren und Mitarbeiter der UWH organisiert sind.

Die Ziele der beiden Interessenten widersprechen einander diametral: Die SRH will eine neu organisierte, rentable Bildungsanstalt; der Verein eine Besinnung auf die alten Ideale der UWH von Freiheit und Verantwortung in Forschung und Lehre. Eine gütliche Einigung zeichnet sich derzeit nicht ab.

Die Privatuni steckt derweil wieder in einer Finanzkrise. Im Budget klafft eine Deckungslücke, außerdem muss ein zweistelliger Millionenbetrag investiert werden, um die wissenschaftliche Qualität zu verbessern.