Nici Ex-Chef Pfaff angeklagt

Nachdem sich die Staatsanwaltschaft schon seit längerem für die Bilanzen des "Goleo"-Herstellers Nici interessiert, ist nun Anklage gegen den Ex-Chef Ottmar Pfaff erhoben worden. Er soll mit Luftbuchungen Umsätze in Millionenhöhe vorgetäuscht haben.

Hof - Die Staatsanwaltschaft Hof hat Anklage gegen den früheren Chef des Plüschtierherstellers Nici, Ottmar Pfaff, erhoben. Der 58-Jährige sitzt seit Mai vergangenen Jahres wegen Betrugsverdacht in Untersuchungshaft. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat Pfaff ein umfassendes Geständnis abgelegt. Ihm droht nun eine mehrjährige Freiheitsstrafe.

Nici hatte im Mai vergangenen Jahres Insolvenz anmelden müssen und damit kurz vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft weltweit Schlagzeilen ausgelöst. Der fränkische Hersteller hatte das Maskottchen der WM, "Goleo", exklusiv als Stofftier produziert.

Pfaff war nur wenige Tage nach der Insolvenz verhaftet worden, nachdem er zuvor selbst seine Scheingeschäfte auffliegen ließ. Den Ermittlungen zufolge täuschte Pfaff im großen Stile Geschäfte unter anderem mit namhaften deutschen Handelsketten vor und verkaufte seine angeblichen Forderungen mittels Scheinrechnungen an so genannte Factoring-Gesellschaften.

Diese oft zu Banken gehörenden Gesellschaften gewähren Betrieben eine Art Zwischenfinanzierung, indem sie Forderungen aufkaufen und später selbst eintreiben. Mit den Manipulationen soll Pfaff seinem Geständnis zufolge versucht haben, seine Firma mit damals knapp 600 Beschäftigten vor schmerzhaften Einschnitten und Entlassungen zu bewahren. Um das insolvente Unternehmen hatten sich wenige Monate nach der Pleite mehrere Investoren in einem Bieterwettbewerb gerissen.

Am Ende machte die amerikanische Fondsgesellschaft Strategic Value Partners (SVP) das Rennen und übernahm Nici im Dezember 2006, nachdem zuvor vom Insolvenzverwalter knapp ein Drittel der Arbeitsplätze abgebaut worden war.

Ein Termin für den Prozess gegen Firmengründer Pfaff vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Hof steht noch nicht fest. Der Angeklagte bleibt den Angaben zufolge weiterhin in Haft.

manager-magazin.de mit Material von dpa und ap

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