Puma Drei Schleudersitze im AR

Als Großaktionäre beanspruchten die Geschwister Daniela und Günter Herz bisher drei Sitze im Aufsichtsrat bei Puma. Ihre Wunschkandidaten sollen nun auch gewählt werden - aber vermutlich nur ein Vierteljahr im Amt bleiben. Die potenziellen Nachrücker stehen bereits fest.

Nürnberg - Im Aufsichtsrat von Puma sollen die Vertreter des früheren Großaktionärs Mayfair durch Manager des neuen Großaktionärs Pinault-Printemps-Redoute  (PPR) ersetzt werden.

Günter Herz, Hinrich Stahl und Johann Lindenberg sollen auf der Puma-Hauptversammlung am Mittwoch nur bis zur Freigabe des PPR-Übernahmeangebots durch die EU-Kommission gewählt werden, sagte ein Vertreter der Beteiligungsgesellschaft Mayfair, die das Vermögen der Tchibo-Erben Daniela und Günter Herz verwaltet.

Nach der Freigabe durch die EU-Kommission, die bis Ende Juni angestrebt wird, sollen PPR-Chef François-Henri Pinault, PPR-Finanzvorstand Jean-Francois Palus und der für die Unternehmensentwicklung von PPR zuständige Gregoire Amigues in das Kontrollgremium einziehen.

Sollte die EU die Übernahmepläne bis zum Herbst nicht freigeben, sollen Günter Herz, Stahl - der die Vermögensverwaltung Maryland für die Herz-Geschwister leitet- und Lindenberg die volle Amtsperiode von fünf Jahren erfüllen. Lindenberg war bis Sommer 2005 Deutschlandchef des Konsumgüterherstellers Unilever und lange Präsident des Markenverbandes.

PPR hatte sich über die Osterfeiertage den 27,1-prozentigen Anteil von Mayfair an Puma  gesichert und allen Aktionären ebenfalls ein Kaufangebot von 330 Euro je Anteilsschein gemacht. Puma-Chef Jochen Zeitz unterstützt das Angebot. Vielen Anlegern sind die gebotenen 330 Euro je Aktie jedoch zu wenig - das zeigte sich während der Fragestunde auf der Hauptversammlung. Die Anteilsscheine legten am Mittwoch weiter zu - auf mehr als 350 Euro.

manager-magazin.de mit Material von reuters