Samstag, 24. August 2019

Karrierechancen Steiniger Weg für Frauen

Bei den Voraussetzungen für beruflichen Erfolg gibt es kaum Unterschiede zwischen Männern und Frauen. In Deutschland bleibt Frauen der Aufstieg in die Chefetage dennoch häufig verwehrt - obwohl Unternehmen von mehr weiblichem Führungspersonal enorm profitieren könnten.

München - Vielleicht gilt die Regel "Eine Frau muss doppelt so gut sein wie ein Mann, um halb so weit zu kommen" heute nicht mehr so stark. Für Frauen gibt es aber immer noch ganz eigene Spielregeln für die Karriere.

Männerwirtschaft: In deutschen Unternehmen sind nur etwa 3 Prozent der Topmanager Frauen
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Männerwirtschaft: In deutschen Unternehmen sind nur etwa 3 Prozent der Topmanager Frauen
Leichter als Männer haben sie es nur selten. Dagegen verdienen sie meist weniger - 15 Prozent Unterschied sind es im Schnitt europaweit nach dem "Gleichstellungsbericht 2007" der EU, in Deutschland sogar 22 Prozent und das, obwohl Frauen überdurchschnittlich gebildet sind. Unter Berufung auf eine Online-Befragung der Hans-Böckler-Stiftung berichtet die "Bildzeitung" sogar von einer Lohnlücke von bis zu 39 Prozent in manchen Berufszweigen.

Unter den Topverdienern im Kreis der Dax-Vorstände sind Männer wie Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann oder Dieter Zetsche bei DaimlerChrysler immer noch komplett unter sich: Aber nicht nur das. Im gesamten deutschen Management sind Frauen selten, im Topmanagement liegt ihr Anteil im einstelligen Prozentbereich. Typisch deutsch - in anderen Ländern wie den USA sieht das ganz anders aus.

"Es hat sich aber schon irrsinnig viel bewegt in den vergangenen Jahren", sagt Sonja Müller aus Berlin, Mitgründerin von Victress, einer Initiative, die sich unter dem Motto "Qualität kennt kein Geschlecht" für einen höheren Anteil von Frauen in Führungspositionen engagiert.

"Ich habe bis Ende der Neunziger lange als Marketingleiterin im Ausland gearbeitet. Damals gab es bei den deutschen Unternehmen noch eine sehr merkwürdige Einstellung", erzählt sie: "Da dominierte die Überzeugung, Karriere und Kinder schließen sich weitgehend aus, und Mütter sind für Spitzenpositionen nicht geeignet."

Viele Personalentscheider hätten Frauen als potenzielle Fehlinvestition betrachtet - nach dem Motto "Wenn die schwanger wird, sind wir sie los". Das sei inzwischen nicht mehr so: "Die Unternehmen sehen das heute mehr als Kampf um den Talent Pool. Sie wissen, dass sie nicht auf die Hälfte davon verzichten können."

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