Montag, 20. Mai 2019

Karrierechancen Steiniger Weg für Frauen

3. Teil: Dominanz als Erfolgsfaktor

Dominanz als Erfolgsfaktor

Wenn es auf dem Weg nach oben schwierig wird, geben sie auf: "Manche nehmen dann eine Auszeit, andere werden schwanger", hat Thorborg beobachtet. "Frauen müssen den Erfolg aber wollen. Und zwar nicht nur halb - das funktioniert nicht."

Wissenschaftlich betrachtet sind bei den Voraussetzungen für beruflichen Erfolg zwischen beiden Geschlechtern kaum Unterschiede festzustellen: "Bei Männern und Frauen, die im Management arbeiten, gibt es praktisch keine", sagt Schuler.

Hoher Einsatz: Frauen unterschätzen häufig den Preis, der für beruflichen Erfolg gezahlt werden muss
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Hoher Einsatz: Frauen unterschätzen häufig den Preis, der für beruflichen Erfolg gezahlt werden muss
Auch die Frauen zugeschriebenen Stärken bei den Softskills fallen in diesem Zusammenhang nicht ins Gewicht: "Das kommt immer auf den ökonomischen Kontext an", sagt Schuler: "Derzeit ist es eher so, dass Dominanz ein Faktor für beruflichen Erfolg ist, soziale Fähigkeiten sind das nicht."

Männer profitieren außerdem davon, dass es ihnen eher schwer fällt einzuräumen, auf einen Job keine Lust mehr zu haben, sagt Christine Öttl, Karriereberaterin aus München: "Frauen sind da oft ehrlicher zu sich selbst - und ziehen einen Schlussstrich unter die Karriere."

Sich den hohen Preis eingestehen zu können, der für das Vorwärtskommen unter Umständen bezahlt werden muss, ist ebenfalls tendenziell eine weibliche Eigenschaft: "Männer erlauben sich nicht, weich zu sein", ist Christine Öttls Erfahrung - eher kämpfen sie für die Karriere bis zum Infarkt. Frauen setzen die Schwerpunkte anders: "Sie sind seltener bereit, tatsächlich sieben Tage in der Woche zu arbeiten", sagt Barbara Schneider.

Gerade für Frauen mit Kindern sei Karriere schließlich auch eine echte Herausforderung, ergänzt Cornelia Topf: "Das ist ein hoher Einsatz. Viele Frauen unterschätzen das zunächst. Sie wollen zwar die Führungsposition, aber gleichzeitig keine Knochenarbeit." Und das eine gebe es oft nicht ohne das andere. "Beruflichen Erfolg gibt es nicht geschenkt - weder für Männer, noch für Frauen."

Andreas Heimann, dpa

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