Puma Lindenberg soll Chefaufseher werden

Der einstige Unilever-Manager Johann Lindenberg soll Aufsichtsratschef Werner Hofer bei Puma ablösen. Hauptaktionär Günter Herz verzichte auf den Vorsitz, heißt es in einem Pressebericht. Gerüchten zufolge erwägen die ehemaligen Tchibo-Eigentümer Günter und Daniela Herz, sich von ihrem Puma-Paket zu trennen.

Berlin - Johann Lindenberg, bis Sommer 2005 Deutschlandchef des Konsumgüterherstellers Unilever  und lange Präsident des Markenverbandes, soll Chef des Aufsichtsrates bei Puma  werden, berichtet "Die Welt" (Dienstagausgabe). Er ersetze den Anwalt Werner Hofer, der den Posten des Chefkontrolleurs auf der Hauptversammlung am Mittwoch aus Altersgründen aufgeben wird.

Puma hat Lindenberg bereits für die Wahl in den sechsköpfigen Aufsichtsrat vorgeschlagen, wie aus der Einladung zur Hauptversammlung hervorgeht. Ein Puma-Sprecher sagte lediglich, Hofers Ausscheiden aus Altersgründen stehe fest. Einen neuen Vorsitzenden werde der Aufsichtsrat dann aus seiner Mitte wählen.

Der Hauptaktionär und frühere Eigentümer des Kaffeerösters Tchibo, Günter Herz, wird nach Informationen der Zeitung auf den Vorsitz verzichten. Er bleibe normales Mitglied im Aufsichtsrat. Herz tauscht dem Bericht zufolge im Kontrollgremium aber Hinrich Stahl gegen den früheren Top-Manager des Finanzinvestors Apax, Rainer Kutzner, aus. Kutzner und Stahl sind laut "Welt" für die Vermögensverwaltung der Herz-Familie tätig. Herz war nach dem Tchibo-Verkauf 2005 bei Puma eingestiegen. Mit etwas mehr als 25 Prozent der Anteile ist er der größte Aktionär.

Steigen Günter und Daniela Herz bei Puma aus?

Derzeit steht Puma, nach Umsatz drittgrößtes Sportartikelunternehmen der Welt, im Mittelpunkt von Übernahmespekulationen. Angeblich ist die französische Luxusgütergruppe Pinault-Printemps Redoute (PPR) an einem Einstieg interessiert. Die Zeitung "Wall Street Journal" hatte am Freitag unter Berufung auf dem Vorgang nahestehende Personen berichtet, die Investoren Günther und Daniela Herz stünden kurz davor, ihren Puma-Anteil von fast 30 Prozent an (PPR) zu verkaufen.

Entsprechende Gerüchte hatten am Donnerstag zu einem Kursplus der Puma-Aktie  von rund 10 Prozent geführt.

Übernahmespekulationen sind in den vergangenen Monaten häufig aufgekommen, haben sich bislang aber als gegenstandslos erwiesen. Insbesondere der nach Umsatz weltweit größte Sportartikelhersteller Nike  wurde als Aufkäufer genannt.

manager-magazin.de mit Material von ddp und reuters

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