Frankfurter IHK Von Harbou gibt auf

Im Dauerstreit um die Führungsspitze der Frankfurter Industrie- und Handelskammer kapituliert Präsident Joachim von Harbou. Der ehemalige Dresdner-Bank-Vorstand will im Sommer seinen Posten aufgeben.

Frankfurt am Main - Er werde sein Amt in der nächsten Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) am 27. Juni niederlegen, teilte von Harbou mit. Er sehe keine "Möglichkeit, in absehbarer Zeit zu einer gedeihlichen und vertrauensvollen Zusammenarbeit im Präsidium zurückzukehren", nachdem seine Kritiker weitere Klagen eingereicht hätten, schrieb von Harbou an die Mitglieder der IHK-Vollversammlung.

Nach Ansicht der drei Vize-Präsidenten Ulrike Gehring, Frank Albrecht und Dagmar Bollin-Flade war von Harbou im Frühjahr 2004 zu Unrecht an die Spitze der drittgrößten deutschen IHK gewählt worden. Von Harbou war damals Aufsichtsratschef der Immobilienbank Eurohypo und sei damit nicht unternehmerisch aktiv gewesen, so der Vorwurf.

Die IHK-Vollversammlung hatte von Harbou dennoch im Februar mit großer Mehrheit das Vertrauen ausgesprochen. Dagegen waren die drei Kritiker in Folge der inzwischen öffentlich geführten Debatte aus ihren Ämtern gewählt worden. Die Drei reichten daraufhin Klage vor dem Verwaltungsgericht ein - und bekamen Recht. Die Richter urteilten, dass die Abwahl unwirksam sei. Erst vor ein paar Tagen entscheid sich die Kammer dann, keine Beschwerde gegen das Urteil einzulegen.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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