Credit Suisse Leonhard Fischer wird Finanzinvestor

Der Credit-Suisse-Manager Leonhard Fischer heuert beim Private-Equity-Haus Ripplewood an. Fischer soll den börsennotierten europäischen Arm des amerikanischen Finanzinvestors leiten.
Von Ulric Papendick

Hamburg - Der frühere Dresdner-Bank-Vorstand Leonhard Fischer (44) wird Topmanager des Private-Equity-Unternehmens Ripplewood. Fischer, zuletzt bei der Schweizer Großbank Credit Suisse  für die Geschäfte in Europa, dem mittleren Osten und Afrika zuständig, soll den börsennotierten europäischen Arm des amerikanischen Finanzinvestors leiten. Die europäischen und asiatischen Beteiligungen von Ripplewood waren 2005 unter dem Namen RHJ International an der Mehrländerbörse Euronext  notiert worden. Sitz des Unternehmens ist Brüssel.

Das New Yorker Beteiligungsunternehmen Ripplewood gilt als einer der Aufsteiger in der boomenden Private-Equity-Branche. Firmengründer Tim Collins ist Insidern vor allem wegen seiner erfolgreichen Investments in japanische Unternehmen wie die Shinsei Bank oder Japan Telecom bekannt. In Deutschland hatte Ripplewood 2004 den Autozulieferer Honsel für 625 Millionen Euro vom Beteiligungshaus Carlyle übernommen.

Ende vergangenen Jahres gelang Collins in den USA ein spektakulärer Coup: Für umgerechnet 1,8 Milliarden Euro kaufte Ripplewood den Verlag Readers Digest. Der traditionsreiche Konzern soll nun mit anderen Medienunternehmen im Besitz von Ripplewood verschmolzen werden.

Mit dem Aktienverkauf an der Euronext wurde Ripplewood zum Trendsetter für die Private-Equity-Branche. Mittlerweile ist auch die New Yorker Beteiligungsfirma Fortress  in den USA an die Börse gegangen; der Branchenriese Blackstone will folgen.

Fischer, der die europäische Ripplewood-Tochter RJH künftig gemeinsam mit Collins leiten wird, galt bei der Credit Suisse nach dem erfolgreichen Verkauf der Versicherungstochter Winterthur als Anwärter auf die Nachfolge von Konzernchef Oswald Grübel. Im Februar wurde jedoch überraschend der amerikanische Investmentbanker Brady Dougan zum Grübel-Nachfolger bestimmt.

Fischer ist nicht der einzige prominente Topmanager, der zu einem Finanzinvestor wechselt. Erst vor wenigen Wochen heuerte der frühere VW-Vorstand Wolfgang Bernhard beim US-Beteiligungshaus Cerberus an. Cerberus gilt wie Ripplewood als Interessent für den US-Autobauer Chrysler. Ripplewood hatte bereits 2004 den ehemaligen Chrysler-Chef Thomas Stallkamp als Partner verpflichtet.

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