Flowtex Schmider schweigt

Mit Spannung war im Prozess gegen einen Finanzbeamten die Aussage von Ex-Flowtex-Chef Manfred Schmider erwartet worden. Dem Finanzbeamten wird vorgeworfen, den Flowtex-Betrug gedeckt zu haben. Aber Schmider verweigerte die Aussage.

Mannheim - Der ehemalige Chef der insolventen Leasingfirma Flowtex, Manfred Schmider, hat in einem weiteren Nachfolgeprozess um den Milliardenskandal die Aussage verweigert.

Der 57-Jährige war am Donnerstag in dem Verfahren gegen einen Finanzbeamten vor dem Landgericht Mannheim als Zeuge geladen. Weil gegen ihn jedoch zwei Anklagen anhängig sind, lehnte er jede Aussage ab.

Zum Auftakt des Prozesses hatte der Finanzbeamte eine Verwicklung in die Scheingeschäfte vehement bestritten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem früheren Betriebsprüfer des Unternehmens vor, den jahrelangen Betrug mit nicht existierenden Horizontal-Bohrsystemen gedeckt zu haben.

Schmider war wegen der Scheingeschäfte mit nicht existierenden Horizontal-Bohrsystemen selbst zu einer hohen Haftstrafe verurteilt worden. Die Führung des Flowtex-Firmenimperiums hatte bei Banken und Leasingfirmen einen Schaden von mehr als zwei Milliarden Euro verursacht. Der dreiste Schwindel war Anfang 2000 aufgeflogen.

Ex-Flowtex-Chef Schmider ist inzwischen Freigänger und darf tagsüber das Gefängnis zur Arbeit verlassen. Das Gericht wollte am Donnerstag auch seinen ehemaligen Kollegen Klaus Kleiser als Zeugen hören.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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