Thomas Cook Beeser zieht sich zurück

Nach der Fusion mit MyTravel legt Ex-Thomas-Cook-Chef Wolfgang Beeser seinen Posten im Aufsichtsrat vorzeitig nieder und wechselt zum schweizerischen Reisekonzern Kuoni. Einen Zusammenhang zwischen seinem Rücktritt und der Fusion bestreitet der Manager.

Frankfurt am Main - Der frühere Chef des Reisekonzerns Thomas Cook, Wolfgang Beeser, hat den Aufsichtsrat des Unternehmens verlassen. Das habe ausschließlich persönliche Gründe und nichts mit dem Zusammenschluss von Cook mit dem britischen Konkurrenten MyTravel  zu tun, sagte der 64-Jährige.

Im Umfeld des Konzerns war verlautet, der Manager habe Vorbehalte gegen das Vorgehen bei der Fusion gehabt. Dies sei nicht richtig, sagte Beeser am Mittwoch. Zwar sei er von Thomas-Cook-Eigentümer KarstadtQuelle  gebeten worden, auch in der neuen Konstellation weiterzumachen. "Die Arbeit wäre aber für mich eine zu große Belastung geworden", sagte er.

Beesers neue Aufgabe im Verwaltungsrat des schweizerischen Reisekonzerns Kuoni, dem er schon von 2002 bis 2003 angehört hat, sei überschaubarer. Thomas Cook hatte den Rückzug des früheren Chefs aus dem Kontrollgremium bestätigt und zu den Hintergründen keine Angaben gemacht.

Beeser hat rund 35 Jahre seines Berufslebens beim Cook- Veranstalter Neckermann und bei Condor & Neckermann (C&N), dem Vorläufer von Thomas Cook, in führenden Positionen verbracht. Als das Unternehmen Ende 2003 vor der Pleite stand, wurde er aus dem vorzeitigen Ruhestand zurückgeholt, um Thomas Cook zu sanieren. Ende 2005 wechselte er in den Aufsichtsrat.

Thomas Cook war in den vergangenen Monaten grundlegenden Veränderungen unterzogen worden. Beeser-Nachfolger Thomas Holtrop musste im November nach nur einem Jahr gehen und wurde durch den Briten Manny Fontenla-Novoa abgelöst. Wenig später verkaufte die Deutsche Lufthansa  ihren 50-Prozent-Anteil an Miteigner KarstadtQuelle. Dessen Chef Thomas Middelhoff forcierte im Februar dann die Fusion mit MyTravel. Künftig wird Thomas Cook zu einer britischen Aktiengesellschaft mit Sitz und Börsennotiz in London.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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