Bankenaffäre Landowsky und Anklage legen Revision ein

Gegen das Urteil des Landgerichts im Berliner Bankenskandal haben sowohl die Anwälte des früheren CDU-Politikers und Bankmanagers Klaus Landowsky als auch die Staatsanwaltschaft Revision beantragt. Jetzt muss sich der Bundesgerichtshof mit dem Urteil befassen.

Berlin - Eine Woche nach der Verurteilung des früheren CDU-Politikers und Bankmanagers Klaus Landowsky haben beide Prozess-Seiten Revision eingelegt. Nachdem die Anwälte von Landowsky bereits am Tag der Urteilsverkündung Rechtsmittel einlegten, hat inzwischen auch die Staatsanwaltschaft Revision beantragt.

Das teilten das Gericht und die Rechtsanwaltskanzlei am Mittwoch mit. Die Frist dafür lief an diesem Mittwoch ab. Nun muss sich der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe mit dem Urteil befassen.

Sechs Jahre nach der Berliner Bankenaffäre verurteilte das Landgericht Landowsky vor einer Woche wegen Untreue bei der Vergabe eines riskanten, millionenschweren Kredits zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und vier Monaten. Andere ehemalige Vorstandsmitglieder der Bank Berlin Hyp, einer Tochter der landeseigenen damaligen Bankgesellschaft Berlin , erhielten ebenfalls Bewährungsstrafen. Frühere Aufsichtsratsmitglieder wurden freigesprochen.

Anklage und Verteidigung haben nun vier Wochen Zeit, um ihre Anträge zu begründen. Die Revision ist ein Rechtsmittel gegen ein Urteil. Anders als bei der Berufung gibt es aber keine neue Beweiserhebung. Mit einer Revision wird die juristische Bewertung des Urteils überprüft.

Landowsky hatte während des 20 Monate dauernden Prozesses am Berliner Landgericht wiederholt seine Unschuld beteuert. Das Gericht blieb deutlich unter dem von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafmaß von drei Jahren ohne Bewährung. In der Urteilsbegründung hieß es, die Verurteilten hätten rechtswidrig und schuldhaft gehandelt sowie einen Schaden billigend in Kauf genommen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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