Sanyo Der letzte Gründer geht

Der angeschlagene japanische Elektronikkonzern kommt nicht zur Ruhe. Nach dem Abgang der Sanyo-Chefin Tomoyo Nonaka tritt nun ihr schärfsten Kritiker zurück: Präsident Toshimasa Iue wird zum 1. April seinen Posten räumen. Iue war das letzte im Konzern verbliebene Mitglied der Gründerfamilie.

Tokio - Nach dem Abgang der Sanyo-Chefin Tomoyo Nonaka tritt nun deren schärfster Kritiker zurück. Präsident Toshimasa Iue wird zum 1. April seinen Posten räumen, teilte das Sanyo-Direktorium am Mittwoch mit. Das Mitglied der Gründerfamilie übernimmt damit offenbar die Verantwortung für die immer schärfere Kritik am Management des Unternehmens. Nachfolger wird der bisherige Vize-Präsident Seiichiro Sano.

Toshimasa hatte in der Vergangenheit immer wieder öffentlich an den Fähigkeiten der Ex-Sanyo-Chefin Nonaka gezweifelt. Der Wirtschaftszeitung "Nikkei" zufolge trat die 52-Jährige Managerin zurück, nachdem sie in der Konzernführung mit ihrem Vorschlag für eine interne Untersuchung von Bilanzunregelmäßigkeiten auf Widerstand gestoßen sei.

Derzeit prüft die japanische Finanzaufsicht die Bilanzen von Sanyo . Der Konzern räumte im vergangenen Monat ein, möglicherweise die Geschäftsberichte für die vier Jahre von 2001 bis 2004 neu vorlegen zu müssen. Einem Zeitungsbericht zufolge soll das Unternehmen etwa eine Milliarde Dollar Verlust von Tochterunternehmen zu wenig ausgewiesen haben.

Der 54-jährige Sano rückt also zu einer schwierigen Zeit an die Spitze des Unternehmens. Sanyo steht vor dem dritten Jahresverlust in Folge. Kosten für Stellenstreichungen sowie eine geringe Nachfrage nach seinen wichtigsten Produkten wie Digitalkameras und anhaltende Probleme mit Akkus haben das Unternehmen in massive Schwierigkeiten gebracht. In den zurückliegenden zwölf Monaten hat die Sanyo-Aktie mehr als 50 Prozent an Wert verloren.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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