Techem-Aufsichtsrat Die neuen Herren nehmen Platz

Die Folgen des gescheiterten Übernahmeversuchs zeigen sich nun auch im Techem-Aufsichtsrat. Martin Stanley und Robert Hock sind in den Aufsichtsrat gewählt worden. Damit ziehen ein Kandidat des Großaktionärs Macquarie und einer der US-Hedgefonds Elliott und Liverpool in das Gremium ein.

Frankfurt am Main - Nach der gescheiterten Übernahmeschlacht beim Energiedienstleister Techem  sind am Montag zwei Vertreter der Investmentfonds in den Aufsichtsrat gewählt worden. Für die Macquarie Bank , die gut 25 Prozent der Anteile hält, wurde Martin Stanley gewählt. Außerdem wurde auf Vorschlag der beiden Investmentfonds Elliott und Liverpool, die zusammen rund 15 Prozent halten, der Investmentbanker Robert Hock in das Gremium gewählt.

Stanley nimmt den Platz von Harald Bieler ein, dessen Amtszeit mit der Hauptversammlung endet. Hock kommt für den im vergangenen Herbst zurückgetretenen Stefan Zuschke in den Aufsichtsrat.

Zunächst hatte Macquarie beide frei werdenden Posten in dem sechsköpfigen Gremium selbst besetzen wollen. Bei der Übernahmeschlacht um Techem hatte Macquarie vergebens versucht, eine deutliche Mehrheit an dem Unternehmen zu kaufen.

Außerdem haben die Techem-Aktionäre den Expansionsplänen des Energiekostenablesers eine Abfuhr erteilt. Der Vorstand scheiterte auf der Hauptversammlung in Frankfurt mit dem Antrag, das Kapital um bis zu 50 Prozent erhöhen und Wandelanleihen im Volumen bis zu 700 Millionen Euro ausgeben zu dürfen. Die Mehrheit der Anteilseigner stimmte am Montag stattdessen für den Gegenantrag der US-Hedgefonds Elliott und Liverpool. Nun darf das Kapital ohne gesonderte Zustimmung der Aktionäre nur um 20 Prozent erhöht werden und eine Wandelanleihe maximal 350 Millionen Euro umfassen.

Techem-Chef Horst Enzelmüller hatte die Aktionäre vorher mit dem Versprechen hoher Ausschüttungen zu ködern versucht. Um das geplante Wachstum zu finanzieren, wolle das im MDax  gelistete Unternehmen in Zukunft verstärkt den Kapitalmarkt anzapfen statt für Investitionen zu sparen. Das benötigte Kapital könne ohne weiteres am Markt aufgenommen werden. "Deshalb können wir guten Gewissens höhere Beiträge als bisher ausschütten und bei Bedarf notwendige Mittel über Kapitalmaßnahmen zurückholen", sagte Enzelmüller.

Für das vergangene Jahr erhielten die Aktionäre vier Fünftel des Jahresüberschusses. "Unsere Absicht ist es, auch in den nächsten Jahren eine vergleichbar hohe Quote anzustreben", sagte Enzelmüller.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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