Beste Konzernchefs Kagermann prämiert

Der SAP-Vorstandsvorsitzende Henning Kagermann ist als einer der "30 weltbesten Konzernchefs" ausgezeichnet worden. Als einziger deutscher Unternehmenslenker kam er auf die diesjährige Liste der angesehenen amerikanischen Börsenwochenzeitung "Barron's".

Walldorf/New York - "Barron's" bescheinigte SAP-Chef Kagermann, er habe das Unternehmen "durch turbulente Zeiten gesteuert". Es sei gut für SAP , dass Kagermann, dessen Vertrag gerade verlängert wurde, den weltgrößten Unternehmenssoftware-Konzern bis Mai 2009 führen werde.

Kagermann befindet sich in bester Gesellschaft. In die ohne Rangordnung aufgeführte diesjährige Liste kamen unter anderem auch Steve Jobs (Chef des Computerherstellers Apple ), der Medienmagnat Rupert Murdoch (News Corp. ), der indische Stahlkönig Lakshmi Mittal (Arcelor Mittal ), A.G. Lafley vom Konsumgüterriesen Procter & Gamble , Jeffrey Immelt (General Electric ), der Erfolgsinvestor und zweitreichste Mann der Welt Warren Buffett (Berkshire Hathaway ), der Japaner Satoru Iwata (Nintendo ) und der Franzose Franck Riboud (Groupe Danone ). Barron's veröffentlichte seine globale Liste der herausragendsten Unternehmenschefs am Wochenende.

Kagermann habe den deutschen Giganten fähig durch die Zeit nach der Internet-Spekulationsblase geführt, schrieb die Zeitschrift. Er habe die Vorteile wahrgenommen, die sich durch Probleme des Konkurrenten Oracle  mit Übernahmen von PeopleSoft, Siebel und anderen Unternehmen ergeben haben.

Da die Oracle-Konsolidierungsstrategie jetzt Früchte trage, könnte es sein, dass Kagermann seine standhafte Aversion gegen große Transaktionen überdenken und selbst einige Einkäufe tätigen müsse, schrieb Barron's. Web-gestützte Firmen wie Salesforce.com machten ernsthafte Übergriffe bei Unternehmenssoftware-Dienstleistungen. Die SAP-Versuche zur Entwicklung solcher Produkte seien matt gewesen. Kagermann werde die Herausforderung annehmen und seine goldene Uhr voll verdienen, sagte "Barron's" voraus.

Der Softwarekonzern SAP will sich gegen die von Oracle erhobenen Vorwürfe der Industriespionage zur Wehr setzen. SAP werde die Vorgänge nicht weiter kommentieren, sondern nur klar machen, dass der Konzern sich aggressiv gegen die von Oracle in der Klageschrift getroffenen Behauptungen wehren wird, teilte SAP am Freitagabend mit.

Oracle bezichtigt SAP, das Unternehmen habe sich wiederholt unerlaubt Zugang zu einer Kundenbetreuungs-Website von Oracle verschafft und von dort "tausende Softwareprodukte" sowie anderes vertrauliches Material heruntergeladen. "Im Ergebnis hat SAP eine illegale Bibliothek von Oracles urheberrechtlich geschütztem Software-Code und anderem Material gesammelt", heißt es in der Klage.

manager-magazin.de mit Material von dpa