Sonntag, 8. Dezember 2019

Immobilienskandal Bewährungsstrafe für Ex-Deka-Manager

Im ersten Prozess um den Korruptionsskandal in der Frankfurter Immobilienbranche ist ein ehemaliger Geschäftsführer der Deka Immobilien zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Der Manager hatte zuvor ein Geständnis abgelegt.

Frankfurt am Main - Neben der Bewährungsstrafe müsse der Angeklagte, der als eine der Schlüsselfiguren in dem Schmiergeldverfahren gilt, eine Geldstrafe von insgesamt 32.400 Euro zahlen, sagte ein Sprecher des Frankfurter Landgerichts nach der Urteilsverkündung am Mittwoch. Der Manager sei in fünf Fällen wegen Bestechlichkeit verurteilt worden.

Dekabank:
Das Institut trennte sich im Zuge der Schmiergeldaffäre von zahlreichen Managern
Der Ex-Deka-Manager hatte am Montag gestanden, bei mehreren Immobiliengeschäften in Frankfurt und Wiesbaden zusammen rund 470.000 Euro Schmiergeld angenommen zu haben. Er habe sich unter anderem für den Kauf bestimmter Immobilien eingesetzt sowie Projektentwicklern und Architekten Details bei Ausschreibungen weitergegeben.

Das Urteil des Frankfurter Landgerichts ist das erste in dem weit verzweigten Korruptionsskandal. Seit rund vier Jahren ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen mehrere Hundert Beschuldigte. Insgesamt sollen dabei quer durch Europa 15 Millionen Euro an Bestechungsgeldern geflossen sein. Das Verfahren um den ehemaligen Deka-Geschäftsführer läuft seit gut zwei Jahren.

Der Schmiergeldskandal war im Jahr 2004 einer der Auslöser für die Krise des Immobilienfonds der Deka Bank gewesen. Ein anderer war ein drastischer Preisrückgang bei Büroimmobilien.

Aus Sorge um die Richtigkeit der Bewertung hatten Anleger in großem Umfang Gelder aus dem Fonds abgezogen. Die DekaBank hatte ihn mit eigenen Geldern gestützt und unter anderem Immobilien verkauft. Die Sanierung hatte das Institut Finanzkreisen zufolge im vergangenen Jahr fast eine halbe Milliarde Euro gekostet. Im Zuge der Krise war die gesamte Geschäftsführung der Deka Immobilien zurückgetreten.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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