Mittwoch, 22. Mai 2019

Exklusiv-Studie Wie die junge Elite tickt

Deutschlands junge Manager schwelgen in Optimismus: Die Mehrheit sieht für die Republik eine wirtschaftlich rosige Zukunft voraus. In einer Exklusiv-Befragung von manager magazin und McKinsey geben sich die Chefs von morgen zudem familienverbunden und heimatorientiert.

Hamburg - Die jungen Manager in Deutschland blicken so zuversichtlich wie nie zuvor in die Zukunft. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Der Wirtschaftsstandort Deutschland und die Berufs- und Lebensperspektiven der jungen Managergeneration" von manager magazin in Kooperation mit der Unternehmensberatung McKinsey. Eine ausführliche Analyse der Ergebnisse wird in der neuen Ausgabe des manager magazins veröffentlicht, die ab Freitag (23. März) am Kiosk erhältlich ist.

Optimismus pur: Deutschlands Jungmanager
manager-magazin.de
Optimismus pur: Deutschlands Jungmanager
Demnach beurteilen die jungen Führungskräfte den Standort Deutschland ungewöhnlich optimistisch: 82 Prozent der Befragten sehen die Republik als "für wirtschaftlichen Erfolg" geeigneten Standort an. Dabei hat sich die Einschätzung gerade in jüngster Zeit enorm verändert. 67 Prozent der Elite beurteilen ihre Stimmungslage heute besser als noch vor zwei Jahren.

Für die repräsentative Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut Psephos rund 350 Topführungskräfte bis zum Alter von 40 Jahren interviewt. Als besondere Stärken des Standorts führen die Unternehmensführer der Zukunft die Exportstärke (67 Prozent), die Innovationsfreundlichkeit (56 Prozent), die Spitzenforschung (50 Prozent) und die hohe globale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen (50 Prozent) an.

Als besonders wichtig für die Zukunft der deutschen Wirtschaft schätzt die junge Elite ihre Mitarbeiter ein. Fast zwei Drittel zählen die hohe Leistungsbereitschaft der Beschäftigten zu den größten Stärken des Standorts. Die Vorteile der deutschen Wirtschaft wollen die jungen Führungskräfte gezielt ausbauen. 49 Prozent planen, die Investitionen ihrer Unternehmen in Deutschland zu erhöhen. Weitere 41 Prozent wollen die Volumina immerhin konstant halten.

Klassische Karriereziele haben ausgedient

Die klassischen Karriereziele wie hohes Einkommen oder herausgehobene Position haben bei der jungen Elite ausgedient. Für 78 Prozent der Befragten ist ein interessanter Job wichtiger als ein dickes Gehalt. Für die Erfüllung ihrer Berufung arbeiten die Nachwuchsmanager hart. 61 Prozent nannten eine Wochenarbeitszeit von mehr als 50 Stunden den Regelfall. Dennoch rangiert die Familie in der Prioritätenliste deutlich über dem Beruf. 90 Prozent sagen: "Eine intakte Familie ist mir wichtiger als die Karriere." 54 Prozent würden sogar auf Einkommen verzichten, um mehr Zeit für ihre Lieben zu haben.

Beim Thema Familie offenbaren sich allerdings noch große Geschlechterunterschiede. Zwei Drittel der männlichen Führungskräfte sind verheiratet, aber nur 29 Prozent der weiblichen Manager. Insgesamt aber ist die junge Elite glücklich mit ihrer Lebens- und Arbeitssituation: 95 Prozent erklären: "Ich bin zurzeit zufrieden mit meinem Leben". Für ihre weitere Entwicklung sind 90 Prozent sehr zuversichtlich.

Ihre Zukunft wollen die Jungmanager vor allem in der Heimat gestalten. 86 Prozent sehen ihre weitere berufliche Zukunft in Deutschland. Nur 20 Prozent überlegen, noch einmal ins Ausland zu gehen. Rund die Hälfte hat bereits während des Studiums oder in den ersten Berufsjahren im Ausland gelebt. Wohl deshalb halten 69 Prozent "gerade im Zeitalter der Globalisierung" Heimat für wichtig.

© manager magazin 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung