K+S Kalikonzern mit neuem Chef und Zahlen

Neuer Lenker des Düngemittelherstellers K+S wird der bisherige Vize Norbert Steiner. Der designierte Chef löst im Sommer Ralf Bethke ab, der 16 Jahre an der Spitze des Kaliriesen stand. Für Steiner gibt es einiges zu tun.

Kassel - Neuer Chef des Düngemittelherstellers K+S  wird der bisherige stellvertretende Vorstandsvorsitzende Norbert Steiner. Das habe der Aufsichtsrat am Mittwoch entschieden, teilte das Unternehmen mit. Steiner löst zum 1. Juli Ralf Bethke ab, der 16 Jahre an der Spitze des Kaliriesen stand und in den Ruhestand geht. Gleichzeitig werde der Vorstand von fünf auf vier Personen verkleinert.

Steiner behalte bei der K+S AG die Ressortverantwortung für den Geschäftsbereich Salz und die Bereiche Finanzen, Recht, Steuern und Revision. Zudem werde er für Unternehmensentwicklung, Controlling und Kommunikation zuständig sein. Die Besetzung der anderen Vorstandsressorts bleibt mit Gerd Grimmig, Thomas Nöcker und Joachim Felker unverändert. Allerdings übernehmen die einzelnen Vorstände zusätzliche Aufgaben.

Am Donnerstag präsentierte der Düngemittelhersteller seine Jahresergebnisse. Für K+S zahlt sich die Übernahme des größten südamerikanischen Salzproduzenten Sociedad Punta de Lobos aus. Dank des Zukaufs verbuchte das Kasseler Unternehmen 2006 als Rekordjahr, obwohl das Wachstum im größten Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte nachließ und das Geschäft mit Streusalz im Schlussquartal wegen des milden Winters schwach ausfiel.

"Es ist uns gelungen, in allen Geschäftsbereichen deutliche Ergebnissteigerungen zu erwirtschaften", erklärte der amtierende K+S-Chef Bethke am Donnerstag. Das vergangene Geschäftsjahr sei das beste in der Unternehmensgeschichte gewesen. Der operative Gewinn (Ebit I) sei 2006 um 11 Prozent auf 278 Millionen Euro gestiegen, lag damit aber unter den von Analysten prognostizierten 282,2 Millionen Euro. Stark gestiegene Energie- und Frachtkosten seien von höheren Düngemittelpreisen sowie durch die SPL-Übernahme kompensiert worden. K+S hatte SPL für knapp 385 Millionen Euro gekauft und dadurch erstmals außerhalb Europas Fuß im Salzgeschäft gefasst.

Der bereinigte Jahresüberschuss legte wegen eines einmaligen Steuerertrages aus der SPL-Übernahme stärker zu und zwar um 35 Prozent auf 218,1 Millionen Euro. Die Aktionäre sollen mit einer um 11 Prozent höheren Dividende von zwei Euro je Aktie am Gewinn beteiligt werden.

Der Umsatz lag 2006 bei 2,96 Milliarden Euro, ein Plus von 5 Prozent zum Vorjahr. Damit konnte K+S seine im Herbst angehobene Umsatzprognose von 3,0 bis 3,1 Milliarden Euro nicht ganz erreichen. Das Unternehmen führte dies auf den milden Winter, der im Schlussquartal zu einem Umsatzrückgang bei Streusalz von fast 10 Prozent führte, auf den schwachen Dollar sowie ein unerwartet schwächeres Handelsgeschäft mit Stickstoffdünger zurück. Zudem fiel das Umsatzwachstum im Bereich Kali- und Magnesiumprodukte, in dem K+S als weltweit viertgrößter Kaliproduzent knapp 42 Prozent seiner Erlöse erzielt, mit 3,5 Prozent deutlich schwächer aus als 2005. Damals waren die Erlöse der Sparte um rund 16 Prozent gestiegen.

Für das laufende Jahr stellte K+S einen etwas höheren Umsatz in Aussicht. Der operative Gewinn soll im gleichen Maße wie der Umsatz steigen. "Unser vorrangiges dauerhaftes Ziel in der K+S-Gruppe bleibt die Stärkung unserer internationalen Wettbewerbsfähigkeit", erklärte der Vorstand. K+S prüfe daher laufend Möglichkeiten für weitere Kooperationen und Übernahmen, die die Stellung des Unternehmens im Markt und die Ertragskraft verbessern sollen.

K+S ist seit Monaten in den Schlagzeilen, weil das Unternehmen Salzlauge aus einem Kaliwerk bei Fulda in die Werra leiten will. Kritiker befürchten eine Schädigung des früher stark belasteten Flusses. Die Kasseler K+S-Gruppe beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit etwa 12.000 Mitarbeiter.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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