HP-Spionageskandal Klage fallengelassen

In der Spitzelaffäre beim US-Computerunternehmen Hewlett-Packard ist die Betrugsklage gegen die frühere Verwaltungsratsvorsitzende Patricia Dunn fallen gelassen worden. Drei Mitangeklagte müssen lediglich 96 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten. Dunn war im Zuge des Skandals von ihrem Posten zurückgetreten.

San Francisco - Nach dem Spionageskandal beim US-Computerhersteller Hewlett-Packard  (HP) hat ein US-Gericht das Verfahren gegen die ehemalige HP-Topmanagerin Patricia Dunn eingestellt. Der Richter am Bezirksgericht im kalifornischen Santa Clara ließ am Mittwoch alle Anklagepunkte gegen Dunn fallen.

Drei Mitangeklagte hätten vor dem Bezirksgericht von Santa Clara keinen Einspruch gegen die Klage wegen Missbrauchs von Telefonübertragungen eingelegt, teilten ihre Anwälte mit. Das Verfahren gegen sie werde ebenfalls eingestellt, wenn sie Entschädigungszahlungen sowie einer Auflage von 96 Stunden gemeinnütziger Arbeit nachkämen.

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft erklärt, diese Auflage werde Dunn wohl aus medizinischen Gründen erlassen. Die im Zuge des Spionageskandals von ihrem Amt als Direktoriumschefin zurückgetretene Dunn leidet früheren Angaben zufolge unter Krebs.

Die Staatsanwaltschaft habe gegen diese Entscheidung keinen Einspruch erhoben, sagte Dunns Anwalt James Bosnahan. Dunn zeigte sich nach der Entscheidung erleichtert. "Ich möchte meinem Mann und meiner Familie danken, die in dieser Qual nie das Vertrauen in mich verloren haben", erklärte sie.

Dunn musste sich vor Gericht verantworten, weil ihre Abteilung im Jahr 2005 und 2006 die Telefonleitungen von sieben Journalisten, zwei HP-Mitarbeitern sowie sieben aktuellen und ehemaligen Mitgliedern des Vorstands anzapfen ließ. Damit wollte HP die Quelle von vertraulichen Informationen aufspüren, die aus Vorstandsberatungen an die Öffentlichkeit geraten waren.

Gegen einen ehemaligen HP-Anwalt, ein Mitglied der Sicherheitsabteilung des Unternehmens sowie gegen einen Privatdetektiv laufen noch Verfahren. Ein weiterer Privatdetektiv hatte sich im Dezember schuldig bekannt, einem Komplott für Betrug und Täuschung angehört zu haben.

Der Konzern selbst war mit einer Strafzahlung in Höhe von 14,5 Millionen Dollar davon gekommen. HP hielt am Mittwoch in Santa Clara seine Jahreshauptversammlung ab.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ap