MTU Aero Vorstandschef Udo Stark steigt aus

Der Triebwerkshersteller MTU Aero muss sich einen neuen Chef suchen. Udo Stark will seinen Vertrag nicht verlängern.

München - Der Chef des größten deutschen Triebwerkherstellers MTU Aero Engines , Udo Stark, hört auf. Stark werde seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag aus persönlichen Gründen nicht verlängern, teilte die MTU Aero Engines AG am Mittwoch mit. Der Aufsichtsrat werde in den nächsten Monaten einen Nachfolger bestimmen.

Stark steht seit Anfang 2005 an der Spitze von MTU . "Zu meinem in diesem Jahr anstehenden 60. Geburtstag sehe ich den richtigen Zeitpunkt gekommen, um meine Vorstandstätigkeit zu beenden und bei der MTU einen Generationswechsel einzuleiten", erklärte er.

Der Manager führte das Münchener Unternehmen seit Januar 2005 und hatte es im Sommer 2005 an die Börse gebracht. Zuvor war er als Chef des Frankfurter Anlagen- und Maschinenbauers MG (heute GEA) ausgeschieden. Der damalige Eigentümer von MTU, der US-Investor KKR, hatte ihn als ausgewiesenen Kapitalmarkt-Experten verpflichtet.

Stark habe MTU geprägt und in die Selbstständigkeit als börsennotiertes Unternehmen geführt, erklärte Aufsichtsratschef Johannes Huth, der auch Europa-Chef von KKR ist. "Er hat die MTU auf die Herausforderungen des weltweiten Wettbewerbs vorbereitet und seine Aufgabe damit in vollem Umfang erfüllt", sagte er.

Starks Vorgänger bei MTU, Klaus Steffens, hatte langjährige Erfahrung in der Luftfahrt- und Triebwerksbranche, galt aber als wenig mit den Börsen vertraut. Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" vom Mittwoch zufolge führte Starks mangelnde Erfahrung in der Luftfahrtbranche dazu, dass die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat den Vertrag nicht verlängern wollten.

Ein MTU-Sprecher wies den Bericht als "Unsinn" zurück. Auch Aufsichtsratschef Huth widersprach dieser Darstellung. "Es ist weder formell noch informell darüber gesprochen worden", sagte er der Zeitung.

Seit dem Börsengang hat die MTU-Aktie mehr als 80 Prozent an Wert gewonnen. Auch mit den am Dienstag präsentierten Zahlen für 2006 war der Markt zufrieden. Am Mittwoch lag das Papier jedoch im Markttrend 3,7 Prozent im Minus bei 38,15 Euro.

Der Boom der zivilen Luftfahrt und die gute Auftragslage im Instandhaltungsgeschäft hatte Stark am Dienstag auch für die Zukunft optimistisch gestimmt. Er hatte aber eingeschränkt, dass das hohe Wachstum nicht beliebig fortzusetzen sei.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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