Was ist eigentlich Die Break-even-Analyse?

Ein eigenes Unternehmen zu gründen, ist für viele ein lang gehegter Traum. Mit seinem Kompakt-Lexikon für Unternehmensgründungen gibt Herausgeber Tobias Kollmann Firmenchefs in spe einen Leitfaden an die Hand. manager-magazin.de präsentiert wöchentlich einen Auszug aus dem Lexikon.

1. Begriff

Die Break-even-Analyse wird auch Gewinnschwellenanalyse, Deckungspunktanalyse oder Kostendeckungsanalyse genannt. Sie ist ein Instrument der Erfolgsplanung und -kontrolle.

2. Grundmodell

Die Break-even-Analyse untersucht, wann die Kosten eines Unternehmens durch die Erlöse gedeckt werden. Der Punkt, bei dem die Kosten den Erlösen entsprechen, wird als Gewinnschwelle oder Break-even-Point bezeichnet. Der Break-even-Point beschreibt somit den Punkt, an dem die gesamten Kosten eines Unternehmens beziehungsweise Produktes den (damit) erzielten Erlösen entsprechen.

Es wird an diesem Punkt folglich weder Gewinn noch Verlust erwirtschaftet. Bei Überschreitung des Break-even-Points wird ein Gewinn erwirtschaftet, bei Unterschreitung ein Verlust. Ausgedrückt wird dieser Punkt typischerweise in Mengeneinheiten, aber auch in Geldeinheiten oder Auslastung der Kapazität in Prozent.

Für die Break-even-Analyse werden folgende Informationen aus der Kostenrechnung benötigt:

  • Der (Netto-) Erlös je Stück. Hierbei sind eventuelle Erlösminderungen wie Rabatte, Frachten und Provisionen vom Verkaufspreis abzuziehen.
  • Die variablen Kosten je Stück (kv) wie zum Beispiel Rohstoffkosten und Fertigungslöhne.
  • Die fixen Kosten pro Periode (Kf), also kurzfristig nicht veränderbare Kosten wie Gehälter, Abschreibungen und Miete. Die Ermittlung des Break-even-Points kann zeichnerisch oder rechnerisch erfolgen. Neben diesem mengenmäßigen Break-even-Point, der in Stück ausgedrückt wird, kann auch ein wertmäßiger Break-even-Point berechnet werden, der ausdrückt, bei welchem Umsatz ein Gewinn von null erwirtschaftet wird.

Erweiterungen und Würdigung

3. Erweiterungen

Das Grundmodell der Break-even-Analyse betrachtet ein Einproduktunternehmen mit linearen Kosten- und Erlösverläufen. Bereits hier lassen sich wichtige Zusammenhänge erkennen. Beispielsweise wird deutlich, welche Auswirkungen eine Preissenkung auf den Break-even-Point hat.

Das Modell kann für verschiedene betriebliche Informationszwecke erweitert werden. Zum Beispiel kann aufgezeigt werden, wann die auszahlungswirksamen Kosten gedeckt werden. Ab diesem Punkt der Liquiditätsdeckung ist die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens gewährleistet. Nicht-lineare Kosten- und Erlösverläufe können ebenfalls betrachtet werden, doch sollte der zusätzliche Aufwand mit dem Nutzen abgewogen werden.

Break-even-Analyse: Graphische Ermittlung des Break-even-Points

Break-even-Analyse: Graphische Ermittlung des Break-even-Points

4. Würdigung

Die Break-even-Analyse ermöglicht einen Überblick über die betriebliche Kosten- und Erfolgssituation. Auswirkungen von Preis, Kosten und Beschäftigung sowie deren Veränderungen werden schnell und einfach verdeutlicht.

Mehr lesen über